Merkstein: Einbrüche machen Hundesportverband zu schaffen

Einbrüche auf Hundesportgelände : Alles kurz und klein geschlagen

Dass auf dem Gelände des Europäischen Hundezucht- und Sportverbandes in Merkstein eingebrochen wird, kommt schon seit Jahren immer wieder vor. Doch hinter den letzten Vorfällen scheinen keine Diebe gesteckt zu haben. Wer will dem Verband schaden?

Am Donnerstag musste Wilhelm Josef Schäfer wieder raus zum Hundesportplatz. Generell hält er sich gerne dort auf, doch zurzeit kann das Fahrtziel An der Waidmühl auch bedeuten, dass es mal wieder Ärger gibt, und so war es auch dieses Mal. Das Holztor zum Vereinsareal war gestohlen worden. Unbekannte hatten mit Gewalt die Halterung durchtrennt und das Tor dann ausgehoben und mitgenommen. Schäfer ersetzte es provisorisch durch Flatterband.

Wilhelm Josef Schäfer gibt für Hunde sein letztes Hemd. Vor rund 20 Jahren gründete er den Europäischen Hundezucht- und Sportverband (EHV), dessen Präsident und Vorsitzender er ist. Seit 15 Jahren wird für die vielfältigen Aktivitäten die Wiese an der Waidmühl genutzt. Das Grundstück gehört dem Energieversorger Enwor, die Stadt hat es angemietet, Schäfer und sein EHV sind quasi Untermieter.

Traurige Gewohnheit

Dass auf dem Gelände eingebrochen wird, ist im Grunde nichts Neues. Zwei oder dreimal pro Jahr kommt das vor, berichtet Schäfer und zieht eine einige Jahre alte Schadensliste aus seiner Aktenmappe. Damals verschwanden hochwertige Werkzeuge, der Schaden lag bei mehr als 4000 Euro.  Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft hätten zu nichts geführt, auch das ist Teil der traurigen Gewohnheit. Als er einmal Kameras installiert habe, seien sie mit einem Luftgewehr zerschossen worden. Das Problem mag die Lage des Geländes am Merksteiner Ortsrand sein. Die Übeltäter fühlen sich bei Dunkelheit sicher.

Die jüngsten Vorfälle aus diesem Jahr aber passen nicht in das bisherige Schema. Denn den Unbekannten scheint es nicht mehr darum zu gehen, schnell ein bisschen Diebesgut einzusacken, das sich dann im Anschluss versilbern lässt. Sondern darum, den EHV gezielt zu schädigen. Kurz nach Karneval wurden Mobiliar und Geräte im wahrsten Wortsinn kurz und klein geschlagen. Teile der Hinterlassenschaften sind vor Ort noch immer zu sehen.  „Die haben sogar mit der Spitzhacke in den Rasenmäher geschlagen“, berichtet Wilhelm Josef Schäfer und wirkt noch immer fassungslos angesichts der Zerstörungswut.

Flatterband als Provisorium: Zuletzt stahlen Unbekannte das Tor zum Gelände. Metalldiebe waren es nicht, denn das Tor war aus Holz. Was soll das also? Foto: Jan Mönch

Diesen Monat ging es weiter. Zuerst verschwanden Schilder und Plakate, die den Schriftzug des Verbandes trugen. Und nun auch noch das Holztor. Vor allem bei diesen beiden Vorfällen geht Schäfer davon aus, dass man ihm eins auswischen wollte. Er kann natürlich nur vermuten, wer dahinter steckt. Am Montag hat er einen Termin bei der Kriminalpolizei.

Die Einbrüche der vergangenen Jahre waren schlimm genug. Dass die ungebetenen Besuche nunmehr einen persönlichen Hintergrund zu haben scheinen, macht dem glühenden Ehrenamtler erkennbar zu schaffen. „Ich bin 83. Ich könnte mich auch einfach aufs Sofa setzen und gar nichts mehr machen“, sagt Schäfer. Eine wirkliche Option ist das für ihn aber natürlich nicht.

Anstelle der verschwundenen Beschilderung hängen nun Zeugenaufrufe rund um das Gelände aus. „Sollten Sie, liebe Mitbürger, uns mit sachdienlichen Hinweisen helfen können, versprechen wir ihnen eine Belohnung“, steht da. Hinweise möge man an das Postfach 3109 in 52118 Herzogenrath oder an 0163/8675157 richten.

(jpm)