Lichterfest in Merkstein: Grube Adolf feiert Fest für alle Sinne

Lichterfest in Merkstein : Grube Adolf feiert Fest für alle Sinne

Das Lichterfest auf der ehemaligen Schachtanlage Grube Adolf in Merkstein ist in den letzten Jahren zu einer festen Größe in unserer Region geworden.

Auch aus dem benachbarten Grenzraum Belgien und Niederlande kamen viele Besucher, stellte der Vorsitzende des Bergbaudenkmals Grube Adolf, Franz-Josef Küppers, begeistert fest.

Zunächst stellte er das neue Buch von Horst Bittner vor: „Die Grube Gouley – Auf dem Weg in die Zukunft kam das Aus. 1599 – 1969“. Dieses 200-seitige Buch ist per E-Mail an gouley@online.de zu erwerben. Nach und nach kamen immer mehr Besucher und nutzten das trockene Wetter für einen Bummel über das Vereinsgelände im Grube Adolf Park. Die Kinder fanden auf dem großen Spielplatz viel Abwechslung.

Der Alltag der Bergleute brachte manche Gefahr mit sich, gruselige Skelette gehörten aber eher selten dazu – bis zu diesem Wochenende. Foto: Wolfgang Sevenich

Nach den letzten beiden themenbezogenen Lichterfesten „On the Move – alles in Bewegung“ und  „Unter Dampf“  hatte sich das Vereinsteam um den Vorsitzenden in diesem Jahr zum Thema „Phantasia“ Gedanken gemacht. Dieser Tag wurde  ein originelles Licht- und Farbenspektakel für die Sinne. Um den zahlreichen Hobbyfotografen und den Mitgliedern einmal auch andere Bilder und Motive zu liefern, hatte man sich auf dem Grubengelände fünf Stationen ausgesucht, die besonders dekoriert wurden. Nach der Dämmerung wurden zunächst alle Lichtquellen ausgeschaltet. Dann begann die Illumination der industriellen Hinterlassenschaften, gekonnt in Szene gesetzt durch die Firma Holly Rent.

Das erste Thema hieß „Kopflos“. Aufgehängte Schutzhelme, Arbeitsanzüge, Overalls, Schuhe, alles war da, bis auf die Bergleute, die „Köpfe“ eben. Das sollte die Besucher aber nicht davon abhalten, das Gelände zu betreten und einen entspannten Abend zu verleben. Man erreichte beim Durchgang die „Geisterbahn“. Der Personenzug auf dem Spielplatzgelände wurde im Führerhaus der E-Lok und in den anhängenden Personenwagen (Sambas) mit wahrlich geisterhaften Insassen bestückt und mit Schwarzlicht beleuchtet. Wer in die Bahn einstieg, fuhr zur „Endstation Waikiki“. Der kürzlich fertiggestellte Wetterunterstand wurde im hawaiianischen Stile hergerichtet und führte die Besucher in die bunte und fröhliche Welt der Südsee.

Vorsitzender Hans-Josef Küppers (r.) und Autor Horst Bittner stellten das neue Buch „Die Grube Gouley“ vor.                          . Foto: Wolfgang Sevenich

Zur gemütlichen Einkehr am Kiosk überraschte der „Avalon, mystischer Nebel“. Der Lüfterkeller, wo noch lange Zeit die Grubenlüfter für die Bewetterung der Anlage sorgten, wurde mit Kunstnebel geflutet und stroboskopisch angestrahlt. Ein Austreiben der Nebelschwaden versuchte man mit Anwerfen eines Lüfters. Wer wissen wollte, wie es aussieht, wenn man nach langer Zeche unter die Räder kommt, der war in der Abteilung „Unter die Räder gekommen“ richtig. Ein bisschen gruselig konnte es schon werden. Die große Seilscheibe wurde den Umständen entsprechend drapiert und beleuchtet. Auch das Gelände selbst sowie die historische Dampffördermaschine aus dem Jahr 1913 erschienen in einem speziellen Licht.

Das Bergmännische Bläserensemble St. Barbara aus Alsdorf sorgte derweil für die richtige Stimmung bei Kaffee und Kuchen.

In gespenstischem Licht erscheint hier die Seilscheibe – nur eines von zahllosen tollen Bildmotiven, die den Besuchern geboten wurden. Foto: Wolfgang Sevenich
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