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Kohlscheid: Schimmel in der Kita Rappelkiste, Eltern improvisieren

Hiobsbotschaft für Elterninitiative Rappelkiste : Schimmelbildung in der Kita an der Weststraße

Schon wieder eine Hiobsbotschaft für die Elterninitiative Rappelkiste: Nach Brandschaden im vergangenen Jahr ist jetzt Schimmel in den Wänden der Kita an der Weststraße entdeckt worden.

Der Ausnahmezustand hat in der Kohlscheider Kita „Rappelkiste“ an der Weststraße offenbar eine gewisse Tradition entwickelt: Vor einem Jahr hatte ein Brand auf dem Nachbargrundstück zur anderthalbwöchigen Schließung der Kita geführt. Mitte Februar dieses Jahres erreichte die Leitung erneut eine Hiobsbotschaft: In den Wänden zum Nachbargrundstück habe sich aufgrund von Feuchtigkeit Schimmel gebildet.

Die Brandschadensanierung  im Frühjahr 2018 wurde von der Versicherung des Elternvereins getragen. Improvisationstalent der Eltern war seinerzeit gefordert, man sprach sich ab, um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten. Viele hatten daher ein böses Déjà-vu, als sich jetzt die Schimmelmeldung verbreitete. Zwei Kita-Gruppen mussten das Feld räumen. Werte von bis zu 476 „koloniebildenden Einheiten“ (kbE) wurden in den Proben gemessen.

Der Referenzwert der Außenproben lag bei 70 kbE. Das Hinterhaus ist von Schimmel nicht betroffen. Nach einer Begehung durch das Landesjugendamt  müssen in der angrenzenden Mietwohnung, die der Vermieter zur Verfügung stellte, bis Freitag die Mängel behoben sein. In den „alten“ Räumen legte die Elterngemeinschaft bereits selbst Hand an. Das unbrauchbar gewordene Inventar wurde entsorgt, eine Reinigung der Textilien war unmöglich. 51 Kinder kann die Einrichtung maximal betreuen. Die Eltern sind Mitglieder im Trägerverein „Elterninitiative Rappelkiste“. Mit den Beiträgen sowie Bezügen gemäß Kinderbildungsgesetz NRW wird die Kita finanziert.

 Der Großteil des Inventars musste entsorgt werden.
Der Großteil des Inventars musste entsorgt werden. Foto: Yannick Longerich

Bernd Krott, Leiter des städtischen Jugendamts, wurde umgehend informiert. Die Stadt wolle der Kita schnellstmöglich unter die Arme greifen, allerdings gestalte sich die Suche nach einem Ausweichquartier aufgrund der gesetzlichen Vorgaben schwierig, so Krott auf Nachfrage unserer Zeitung. Bei der Begehung der Räume durch das Landesjugendamt und das Gesundheitsamt der Städteregion war Krott als städtischer Vertreter anwesend. Die Frist zur Instandsetzung der Räume wurde auf 22. März gelegt. Falls der Termin nicht eingehalten werden kann, werde die Stadt mit der Kita nach einer anderen Lösung suchen.

Ungeachtet der derzeitigen Probleme laufen die Vorbereitungen für den ohnehin geplanten Umzug in den Kita-Neubau der Lydia-Gemeinde an der Lutherstraße, der im Januar 2020 fertig sein soll.

Ob an der Weststraße indes bis 22. März alles saniert werden kann, ist offen. „Die Bautrockner laufen rund um die Uhr, die Erfolge halten sich in Grenzen“, sagt Marcel Offergeld, ehrenamtlicher Vorsitzender des Trägervereins. Ungeachtet der baulichen Probleme muss der Verein wieder auf eigene Kosten das Inventar erneuern. Offergeld formuliert im Auftrag des Vorstands einen Spendenaufruf (Sachspenden können aufgrund Hygienevorschriften nicht angenommen werden). Spendenkonto: IBAN: DE 38 3916 2980 0706 8600 10, VR Bank Würselen.