Insektenfreundlichster Balkon in Herzogenrath gesucht

Wettbewerb : Natur- und Umweltschutzverbände suchen den insektenfreundlichsten Balkon

Wer hat den insektenfreundlichsten Balkon 2019? Da, wo letztes Jahr der insektenfreundlichste Garten geehrt wurde, wollen die Naturfreunde (NF) Herzogenrath-Merkstein, BUND, NABU, Wurmtal AG, soziokulturelles Zentrum Klösterchen und Biolandhof Gut Paulinenwäldchen dieses Jahr auch Balkonbesitzern eine Chance geben.

„Letztes Jahr hatten wir 18 Bewerbungen, damit hatte ich nicht gerechnet. Dieses Jahr hoffen wir auf noch mehr, da vielleicht mehr Leute einen Balkon haben als einen Garten. Wer also denkt, er habe eine besonders insektenfreundliche Bepflanzung auf dem Balkon, soll sich bewerben“, freut sich NF-Vorsitzender Bruno Barth.

Die Bewerbungen können entweder postalisch an Bruno Barth, Gierlichsstraße 28, 52134 Herzogenrath, oder per Mail an bruno.barth@naturfreunde-merkstein.de eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2018.

Wer noch Tipps für die insektenfreundliche Bepflanzung benötigt, kann sich auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: www.bmel.de das Heft: „Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten – Das Lexikon der Bienen-App“ kostenlos bestellen oder sich direkt die Bienen-App herunterladen.

Neben dem Preisausschreiben standen auf der Tagesordnung des letzten Treffens des Runden Tisches „Für Artenvielalt. Gegen das Insektensterben“ noch viele andere Themen. Darunter die Frage, was man gegen Steinwüsten im Vorgarten tun kann. „Uns stören die ganzen Steinwüsten sehr. Sie greifen negativ in den Naturhaushalt ein“, erklärt Barth. Hier soll ein Antrag auf Landesebene folgen. In anderen Städten, wie Herford sei schon in den neuen Bebauungsplänen für Grundstücke verordnet, dass solche Steinwüsten unzulässig seien.

Eine neue Initiative stellte Biologe Björn Schulz-Starke vor, der gemeinsam mit dem Öko-Landwirt Volker Gauchel vom Biolandhof Gut Paulinenwäldchen „Blütenparadies: Vielfalt braucht Bauern“ ins Leben gerufen hat. „Das Projekt soll sich um die Insekten in der Agrarwirtschaft kümmern, da die nun mal eine sehr große Fläche in Deutschland einnimmt“, erklärt Schulz-Starke. Das Konzept besteht darin, umliegende Landwirte dazu zu bewegen, blühende Flächen anzulegen. Dabei werden die Kriterien und das Saatgut vorgegeben. „Natürlich wird der entsprechende Ertragsausfall der Landwirte auch mit einer ansprechenden Summe kompensiert“, betont Schulz-Starke.

Bereits 14 Landwirte in der Städteregion haben schon ihr Interesse bekundet. Unterstützt wird das Vorhaben vom Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V.. „Damit das Projekt so klappt und wir gemeinsam die Vielfalt fördern können, sind wir natürlich auf Spenden angewiesen“, ergänzt Schulz-Starke. Für weitere Informationen einfach eine Mail an kontakt@blütenparadies.de senden.

Der nächste Termin „Runder Tisch: Für Artenvielalt. Gegen das Insektensterben“ wurde festgelegt für Dienstag, 21. Mai, 19 Uhr im NF-Haus in Merkstein, Comeniusstraße 9.

(lgob)
Mehr von Aachener Nachrichten