Herzogenrather vor Gericht: Plädoyers im Missbrauchsprozess gehalten

Zwei Mädchen sexuell missbraucht : Keine Zweifel: „pädophil und schuldfähig“

Der Herzogenrather Martin G. steht vor Gericht, da er zwei Mädchen mehrfach sexuell missbraucht haben soll. Das Urteil soll bereits in der kommenden Woche gesprochen werden. Es geht auch um die Frage der Sicherungsverwahrung.

Ein 51-jähriger Herzogenrather hat sich vor der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts wegen 37 sexuellen Übergriffen auf zwei Mädchen  zu verantworten. Der Mann hat bereits gestanden, die Tochter seiner einstmals engsten Freunde sowie eine ihrer Freundinnen missbraucht zu haben. Diese Woche wurden die Plädoyers gehalten. Dies geschah wegen der intimen Details, die im Prozess erörtert worden waren, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Martin G. soll die Mädchen zwischen Dezember 2016 und November 2018 missbraucht haben. Begonnen haben die Übergriffe demnach bereits in einem Skiurlaub im Dezember 2016.

Lange Haftstrafe gefordert

Da soll er die Tochter aus der befreundeten Familie mit zu sich ins Bett genommen und begonnen haben, sie am Rücken, am Gesäß und im Intimbereich zu streicheln. Das habe sich wiederholt. Im folgenden Jahr fuhr auch eine Freundin des ersten Mädchens mit in den Wintersport, da soll G. sich dann an beide herangemacht und sie bei sich im Zimmer missbraucht haben. Die Kinder sind heute zwölf und 13 Jahre alt.

Vor der 5. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme beantragte die Staatsanwaltschaft für die Taten eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und vier Monaten. Die beiden Vertreterinnen der Nebenklage forderten eine „angemessene“ Strafentscheidung der Kammer, ähnlich formulierte es der Verteidiger des 51-Jährigen.

Keine geistige Einschränkung

Bevor die Plädoyers gehalten wurden, ging es auch um die Anordnung der Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Verbüßung einer möglichen Haftstrafe, die laut Anklage durchaus möglich wäre. G. ist einschlägig vorbestraft. Im März 2008 verurteilte ihn das Amtsgericht Jülich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Haftstrafe, die damals zur Bewährung ausgesetzt wurde. Da Martin G. in der Zeit seiner Bewährung straffrei blieb, musste er nicht ins Gefängnis.

An der pädophilen Disposition des  Angeklagten gibt es laut der im aktuellen Prozess bestellten psychiatrischen Gutachterin Dr. Dina Mörth (Aachen) keine Zweifel. Außerdem stellte die Psychiaterin eindeutig die Schuldfähigkeit des Angeklagten fest, es gebe weder körperliche noch geistige Einschränkungen bei Martin G., die seine Übergriffe womöglich im Lichte einer verminderten Schuldfähigkeit hätten erscheinen lassen können. Allerdings erkannte die Gutachterin bei dem Angeklagten keinen fortdauernden Hang zu Straftaten, falls er sich einer entsprechenden Therapie unterziehe. Dies hatte der Angeklagte ebenso wie sein Verteidiger zugesichert, er sei bereits in Behandlung.

Das Urteil soll am Mittwoch, 20. November, ab 16 Uhr im Landgericht, Raum A 1.002, gesprochen werden.