Herzogenrather Patchwork bekommt Kleider aus Geschäftsauflösung

Mehr als 110 Stück : Brautkleiderschwemme im Patchwork in Herzogenrath

Üppig mit glitzernden Perlen bestickt und/oder zarter Spitze besetzt, mit schwingendem Glockenrock oder meterlanger Schleppe – wer auf der Suche nach einem kostengünstigen Brautkleid ist, könnte im Merksteiner Gebrauchtwarenkaufhaus „Patchwork“ fündig werden.

Denn hier hat sich ein neues Warensegment aufgetan: Über 110 schimmernde Hochzeitsroben hat der Förderverein für Arbeit, Umwelt und Kultur in der Euregio jetzt aus der Auflösung eines Brautmoden-Geschäfts in Krefeld übernehmen können. Vermittelt durch die Kulturfabrik Krefeld, die wie der Förderverein mit im Verbund aller soziokulturellen Zentren vertreten ist. Bei einer Verbandssitzung kam die Offerte unlängst auf den Tisch, und Andrea Kever, Geschäftsführerin des Fördervereins, der auch das Soziokulturelle Zentrum Klösterchen und die Recyclingbörse betreibt, griff sofort zu.

Eine eigene Abteilung für die stattliche Menge cremefarbener Prachtstücke ist im Kaufhaus bereits eingerichtet.

Und Martina Bredohl, Geschäftsführerin des „Patchwork“ und gelernte Schneiderin, weiß wo Hand angelegt werden muss, damit das Brautkleid ihrer Trägerin dann auch richtig sitzt. In Kontext mit der hauseigenen Nähwerkstatt kann das „Patchwork“ deswegen sofort beratend weiterhelfen, und der heiratswilligen Kundin das passende Outfit quasi auf den Leib schneidern.

„Uns sind in der Vergangenheit schon vereinzelt Brautkleider gespendet worden, die jedes Mal schnell eine Abnehmerin gefunden haben“, ist Bredohl hoffnungsfroh, dass auch die Kollektion aus Krefeld Anklang findet. „Wir haben immer wieder Kundinnen, die explizit nach Brautmode oder Abendkleidung fragen.“

Je nach Modell und Ausstattung zwischen 20 und 100 Euro sollen die Kleider kosten, zuzüglich eventueller Änderungen. Natürlich lassen sich die Hochzeitsgewänder auch vorzüglich für Theateraufführungen, umgewandelt als Cocktail- oder Abiturkleider und natürlich als Karnevalskostüm nutzen, zählt Bredohl auf.

Wilfried Hammers betrachtet den unvermittelten Einstieg ins Brautmodengeschäft unterdessen im Sinne der umweltpolitischen Philosophie des Fördervereins, dem er vorsitzt: „In der Hoffnung, dass die Beziehung nachhaltig bleibt, bieten wir die passende nachhaltige Brautmode dafür an.“