Herzogenrather Montagsgespräch: Regionale Märtyrer des Nazi-Regimes

Herzogenrather Montagsgespräch : Regionale Märtyrer in der Nazi-Zeit

Beim Herzogenrather Montagsgespräch beschäftigte sich jetzt Prälat Professor Helmut Moll aus Köln mit den Schicksalen regionaler Märtyrer zur Zeit der Nazi-Diktatur. Er zeichnete beeindruckende Lebensbilder.

„Dieses Thema passt perfekt in die Passionszeit, ist aber ein Thema, das wir uns das ganze Jahr über vor Augen halten sollten. Es geht insbesondere um die Haltung der Menschen, gerade heute in einer Zeit, in der wir uns mit Themen wie Gender und Rassismus beschäftigen. Wir brauchen Menschen, die aufstehen, wir brauchen authentische Vorbilder, keine Mitläufer“, betonte Gastgeber Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Zeugnis in dieser Art und Weise könne jeder ablegen.

„Die beschriebenen Märtyrer waren Menschen wie du und ich, die aufstanden, damit der Glaube nicht untergeht. Es gibt viele solch große Gestalten. Damit sie nicht in Vergessenheit geraten, ist die Arbeit zum Beispiel der Geschichtsvereine so wichtig“, erklärte Referent Moll. Wohl der bekannteste Glaubenszeuge der Region, der in der Zeit des Nationalsozialismus umgebracht wurde, ist Franz Oppenhoff. Der Oberbürgermeister des gerade befreiten Aachens wurde am 25. März 1945 Opfer des Werwolf-Kommandos.
Molls zweibändiges, mehr als 1700 Seiten starkes Buch „Zeugen für Christus“ ist für ihn wie sein Lebenswerk, eine echte Herzensangelegenheit. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts ist für den Herausgeber, Professor und Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz eine Arbeit, die ständig weitergeht.

Auch in der Aachener Region wird weiter geforscht und ergänzt. „Den Märtyrern ist gemeinsam, dass sie bewusst für ihren Glauben gestorben sind. Das würdigen wir mit dieser Arbeit ganz besonders“, betonte Moll.

(nina)
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