Herzogenrath: Vorplanung zur Gestaltung der Wurmpromenade steht

Wurmpromenade nimmt Formen an : Vom lauschigen „Pocketpark“ bis zum „Uferläufer“

Die Vorplanung zur Gestaltung einer durchgehenden Wurmpromenade vom Ferdinand-Schmetz-Platz bis zum Naherholungsgebiet Alter Friedhof in Herzogenrath sieht fünf markante Standorte vor.

Die „erlebbare Wurm“ nimmt Formen an: Nach der Machbarkeitsstudie aus dem Planungsbüro „Kraft.Raum“ liegt jetzt eine Vorplanung zur Ausgestaltung von rund einem halben Kilometer Flussverlauf zwischen Albert-Steiner-Straße und dem im Zuge der Euregionale 2008 geschaffenen Naherholungsgebiet Alter Friedhof an der Eygelshovener Straße vor. In Kooperation erarbeitet von den Aachener Büros Archigraphus sowie Berg & Partner.

Die Schaffung einer flussbegleitenden Promenade nicht nur als Verbindung aus der Innenstadt heraus, sondern auch zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in der City selbst, ist angedacht. Angelegt als gemeinsamer Fuß- und Radweg entsprechend der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen in einer Breite von drei Metern. Ausgeführt in Gussasphalt mit heller Einstreudecke, abgegrenzt durch Metallprofile. Aufgrund des möglichen schnellen Anstiegs des Wasserpegels sowie schlechter Wasserqualität sei ein direkter Zugang zur Wurm indes zu vermeiden, raten die Planer und haben Brüstungen aus gelasertem Lochblech respektive verzinktem Streckmetall vorgesehen. Eine durchgehende Beleuchtung der Promenade soll dem Sicherheitsaspekt dienen. „Besonders charakteristische oder atmosphärische Orte“, etwa die historische Stadtmauer, sollen inszeniert werden, Sitzgelegenheiten inklusive.

In fünf Abschnitte haben die Planer den Flussabschnitt unterteilt. Die Wurmterrasse: Sie beginnt am Rewe-Areal gegenüber dem Ferdinand-Schmetz-Platz. Die frühere Supermarkt-Immobilie wird in Kürze abgerissen und weicht dem Investorenprojekt „Wohnen an der Wurmpromenade“, einem Mehrgenerationenhaus mit barrierefreien Wohnungen und einer Tagespflege im Erdgeschoss. Über das Ufer reichen „Kragtaschen“, derzeit noch als Parkraum genutzt. Sie sollen größtenteils erhalten bleiben. Die künftige Wurmterrasse kann als Außenbereich einer möglichen Gastronomie dienen.

Auf dem letzten Abschnitt der Wurmpromenade sehen die Planer in Richtung Saint Gobain den „Uferläufer“ auf der neu zu errichtenden Hochwasserschutzmauer vor. Foto: ZVA/Thomas Vogel

Ein Pocketpark: Ein schmaler Weg führt derzeit zum Flussverlauf in Richtung Kreisverkehr Kleikstraße. In Richtung Parkhaus zweigt ein „Schleichweg“ ab, eine Wegeverbindung, die die Planer hervorheben wollen. Das „naturnahe Potenzial“ des Ortes soll durch einen „Mini-Park“ betont werden. Der natürlich bewachsene Uferbereich wird als Hochwasserschutz nach oben hin erweitert. Eine Wildblumenwiese und eine Sitztreppe am Bahndamm mit Blick auf die Wurm sollen den „Westentaschenpark“ zu einem „Ort von hoher Aufenthaltsqualität“ machen.

Der Wurmplatz: Dieser Standort unterhalb der Bahnbrücke ist mit einem hohen Lärmpegel und steter Verschattung verbunden. Während die Zweckbebauung am westlichen Rand demnächst abgerissen wird, sollen die Widerlager durch Illusionsmalerei aufgewertet werden. Eine beleuchtete Pflanz­insel sowie heller Bodenbelag sollen dazu beitragen.

Das Altstadtufer: Nachdem die Wurmpromenade die Kleikstraße gekreuzt hat, führt sie in eine Sackgasse, die der Erschließung von Wohnbebauung dient. Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen soll die Ufermauer vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER) erhöht werden. Teile der Stadtmauer in diesem Bereich sollen beleuchtet werden, eine Erlebnisplattform ist angedacht. Zwei Baumbeete im Eingangsbereich der Straße sollen den Autoverkehr ausbremsen.

Der Uferläufer: Der letzte Abschnitt erstreckt sich vom Übergang zum privaten Saint-Gobain-Parkplatz bis zum alten Friedhof. Zusätzlicher Hochwasserschutz ist auch hier notwendig, der WVER plant die Errichtung einer Mauer von etwa 50 Zentimetern Höhe, auf deren Oberkante die Wurmpromenade verlaufen soll – mit einem Geländer als Absturzsicherung. Durch eine Verlängerung der Böschung soll das Naturerlebnis ermöglicht bleiben, bei „Aufastung“ und teilweise Rodung, um eine „Blickbeziehung zur Wurm“ herzustellen. Eine Rampe führt schließlich zum alten Friedhof mit Anlage eines offenen Tors.

Ergänzend zu den durchs Integrierte Handlungskonzept Herzogenrath-Mitte förderfähigen Maßnahmen für die Wurmpromenade schlagen die Planer unter anderem die Erneuerung der Brücke am Ferdinand-Schmetz-Platz vor, die den Anforderungen des Hochwasserschutzes nicht mehr gerecht werde. Ein Neubau in veränderter Lage könnte die Verbindung zwischen Wurmterrasse und Platz „erheblich unterstützen“. Überdies sei die Brücke in Höhe Saint Gobain in einem „bautechnisch sehr schlechten Zustand“. Ein Neubau könnte eine „attraktive Aufenthaltsfläche“ bieten. Der Umwelt- und Planungsausschuss befasst sich mit der Wurmpromenade am Dienstag, 12. November, ab 18 Uhr im Rathaus.