Herzogenrath: Grube Adolf am Tag des offenen Denkmals

Grube Adolf am Tag des offenen Denkmals : Blick ins Innere der Dampfmaschine und mehr

Der Grube-Adolf-Park beteiligte sich am diesjährigen Denkmaltag mit dem Motto „Moderne: Umbrüche in Kunst und Kultur“. Besucher erfuhren nicht nur viel über den Bergbau, sondern auch über die Pläne für das Denkmal.

Am Tag des offenen Denkmals herrschte im Grube Adolf Park auf dem Gelände der ehemaligen Grube Adolf in Merkstein viel Betrieb. In diesem Jahr stand der bundesweite Tag unter dem Motto „Moderne: Umbrüche in Kunst und Kultur“.

Wo die Geschichte einer langen handwerklichen und industriellen Tradition augenscheinlich am Ende ist, beginnt an vielen Orten durch zukunftsweisende Projekte etwas Neues, es wird wieder ein Anfang gemacht. Dieser Park trägt enorm zu der Attraktivität und Stärkung des Standorts bei und zeichnet sich dabei vor allem durch seine Vielfältigkeit aus. Mit dem alten Bergmannsgruß „Glückauf“ empfingen die Mitglieder des im Mai 1993 gegründeten Bergbaudenkmal Grube Adolf e.V. ihre Gäste.

Vor dem Rundgang über das Gelände erhielten die Besucher Informationen zur Geschichte der Steinkohlengrube Adolf. Der Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf e.V. hat Großes vor. Der seit langen Jahren auf dem Vereinsgelände abgelegte vierbodige Förderkorb soll besser in Szene gesetzt werden. Ein Planungsteam im Vorstand unter Franz-Josef Küppers beschäftigt sich intensiv mit der Möglichkeit des Aufstellens des Korbes.

Der moderne Förderkorb besteht aus einer stabilen Stahlprofilkonstruktion und ist in mehrere Etagen unterteilt. Dabei hat jeder Korb einen Kopfrahmen und einen Grundrahmen als Basis. In einem ersten Schritt wurde bereits die Zahl der Etagen von vier auf zwei verringert und damit die Bauhöhe angepasst. Standort und Statik werden nun berechnet und festgelegt. Auch die Seilverbinder mit Einband sollen hergerichtet werden.

Sehenswerte Grubenlampenausstellung von Hartwig Graf von Hoym. Foto: Wolfgang Sevenich

Zum Tag des offenen Denkmals nutzte Franz-Josef Küppers die Gelegenheit und stellte den anwesenden befreundeten Bergbauvereinen aus dem belgischen Genk und dem limburgischen Brunssum sowie der mitfeiernden Industriegewerkschaft BCE Herzogenrath-Würselen die Planungen vor. Viermal wurde die historische Dampffördermaschine an diesem Tag in Gang gesetzt.

Maschinist Willi Klassen gab Erläuterungen zur Technik und simulierte eine Seilfahrt von Übertage hinab zur 610 Meter tief liegenden Sohle. Wer mehr Bedarf an Bergbauwissen einforderte, konnte anschließend die Kellerführung mitmachen. Ein Blick ins Innere der Dampfmaschine mit Kolbenstangen, Kolben und Ventilen wird durch die Aufarbeitung der vorhandenen Ersatzteile der Dampfmaschine durch Josef Dovern ermöglicht. Besonders beeindruckend bei der Kellerführung ist der Standort direkt unterhalb der Treibscheibe, die immerhin einen Durchmesser von 5,5 Metern aufweist und 40 Tonnen auf die Waage bringt.

In der Grubenlampen-Ausstellung wurde fachmännisch beraten, Auskunft erteilte Hartwig Graf von Hoym. Manche Besucher nutzen die Gelegenheit und brachten ein altes „Erbstück“ an Grubenlicht mit. Hier erhielt man den fachmännischen Rat, um welche Bauart es sich handelt und wie alt die Grubenlampe ist. Der Informationsstand mit Literatur, Bildern und Artikeln rund um den Bergbau wurde durch Archivar Alfred Reimund betreut. Als Sonderposten gab es die letzte gedruckte Ausgabe der „Steinkohle“, dem Mitarbeitermagazin der RAG.

Im Außenbereich erwartete die Besucher eine Cafeteria, frisches vom Grill, Kinderanimation, und auch sonst ging es auf dem Bergbaugelände der Grube Adolf mit Sommerfeststimmung weiter. Am Nachmittag spielte der Euregio Express auf und anschließend unterhielt Alex Seebald, aus Übach Palenberg die Gäste.

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