Herzogenrath: DORV-Laden vor dem Aus

Ideen gefragt : Die Zukunft des DORV-Ladens ist ungewiss

Unsicherheit, Verzweiflung, Ratlosigkeit und Bedrücktheit. All das sind Worte, die am jüngsten Bewohnerabend der DORV-Projektgruppe immer wieder fallen. Niemand weiß so richtig, wie es in den nächsten Monaten weitergeht oder ob es überhaupt weitergehen kann.

Nachdem der Förderverein als Träger die finanziellen Defizite des Ladens nicht weiterhin decken kann, wird er ab Oktober die Trägerschaft zurückziehen.

Die Bewohnerversammlung weckte nun bei einigen wenigstens ein klein bisschen Hoffnung. „Damit wir hier alle mit einer positiveren Stimmung und Motivation in den Abend gehen, erzähle ich zunächst, was wir schon alles geschafft haben in den letzten zehn Jahren“, sagt Pia Anderer von der Projektgruppe. Und das ist eine ganze Menge: Catering, Freitagsmahlzeiten, Kuchenessen, Flohmärkte, gemeinsame Projekte mit der Grundschule, Weinproben und Lesungen.

Das alles, um die Dorfgemeinschaft aufmerksam zu machen, um neue Kunden zu gewinnen und den DORV-Laden als das zu etablieren, wofür er steht: Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung.

Heins Frey vom Bundesvorstand für regionale Entwicklung ist optimistisch. „Ich habe bei vielen DORV-Läden die Erfahrung gemacht: Durchhalten lohnt sich! Über zehn Jahre konnte der Laden aufrechterhalten werden. Jetzt wird Hilfe benötigt. Das eigene Engagement der Dorfbewohner steht jetzt im Mittelpunkt, nur so kann das Konzept weitergehen“, betont er.

Die Teilnehmer des Abends setzen sich tatkräftig für die Zukunft des Ladens ein. Nicht nur dafür, dass der DORV-Laden erhalten bleibt, als auch, dass ebenso die zwei Vollzeitstellen von Gabi Radermacher und Michael Offergeld erhalten werden. Einige Ideen, die an dem Abend gesammelt wurden, finden großen Anklang. Das Sortiment soll erweitert und verändert werden, junge Familien sollen angezogen werden, ein Abhol- und Bringdienst, unverpackte Lebensmittel oder sogar ein kleiner Imbiss mit Lieferservice kann etabliert werden.

Ein Herr schlägt vor, in seiner Freizeit ein „Computercafé“ anzubieten, wo er bei Computerproblemen helfen kann. Das gleiche könnte man auch mit einem „Repaircafé“ etablieren, wo kaputte Sachen repariert werden können. Am wichtigsten ist jedoch, wie die Finanzierung weitergehen soll. Hier kann ein neuer Trägerverein gesucht werden, vielleicht ein eigener Verein gegründet werden oder durch Förderungen oder Pilotprojekte Gelder reingeholt werden.

Das alles sind Ideen, die den Bewohnern und Mitarbeitern ein klein bisschen Hoffnung machen. Am 4. Juli ist dann die nächste Versammlung, in der die Ideen sortiert und ausgebaut werden. Jede helfende Hand wird hier benötigt um das Überleben des DORV-Ladens zu sichern.

(lgob)