Herzogenrath: Am Tag der Städtebauförderung werden Pläne vorgestellt

Tag der Städtebauförderung in Herzogenrath : Hoffnung auf einen positiven Schub für die ganze Stadt

Am Samstag ist Tag der Städtebauförderung des Bundes und der Länder, und da hat auch Herzogenrath einiges zu bieten: Interessierte können sich die Maßnahmen des Handlungskonzepts für Herzogenrath-Mitte vorstellen lassen.

Ein eher nüchternes Bild bietet sich den Passanten, die dieser Tage auf der Kleikstraße in Richtung Burg unterwegs sind. Jenseits der Bahnbrücke reiht sich ein leeres Ladenlokal ans andere. Wer am Kirchenportal von St. Mariä-Himmelfahrt steht, blickt auf blinde Schaufenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Lange verweilen möchte man hier nicht unbedingt. Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt wieder zu stärken, ist daher das Ziel des sogenannten integrierten Handlungskonzepts Herzogenrath-Mitte (InHK).

Einen positiven Schub versprechen sich Verantwortliche und Planer unter anderem von einer Umgestaltung der Straßensituation rund um die Kirche, die durch eine Öffnung des Terrains davor ins Zentrum gerückt werden soll. Wo sich heute noch eine Mauer befindet, können Fußgänger bald schon über eine Freitreppe auf einen offenen Vorplatz laufen. Eine Treppe, die auch zum Ausruhen einladen soll und deswegen mit entsprechenden Sitzgelegenheiten – etwa in Form von massiven Holzblöcken – versehen wird.

Verkehr ausbremsen

Um das Tempo aus dem Straßenverkehr zu nehmen, wird der Fahrbahnbereich vor der Kirche aufgepflastert und – durch bordsteinhohe Schwellen begrenzt – auf einer Ebene mit den Gehwegen angelegt.

Den Planern, der Vorentwurf entstammt dem Aachener Büro 3Plus Freiraumplaner, schwebt überdies auf dem Platz vor dem Portal und rings um die Kirche ein „Pflasterteppich“ vor, der, so Architekt Norbert Kloeters, aus dem gleichen Material gestaltet werden könne wie an der Burg Rode, um so eine „städtebauliche Einheit“ zu erreichen. Ebenfalls aufgeweitet werden soll der Gehweg vor dem Geldinstitut an der Einmündung Eygelshovener Straße, flankiert von drei hochstämmigen Bäumen.

Ein Gutachten über die derzeitige Straßenbeschaffenheit ist in Arbeit. Ebenso läuft die Abstimmung mit dem LVR-Amt für Denkmalpflege mit Blick auf die denkmalgeschützte neobarocke Kirche, unter anderem, was die künftige Beleuchtung des Terrains angeht. Nach dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr soll es losgehen mit den ersten Maßnahmen des Straßenumbaus.

Die neue Freitreppe vor St. Marien soll auch Aufenthaltsort sein: In unregelmäßigen Abständen möchten die Planer Sitzblöcke integrieren. Foto: grafik

„Es wäre wünschenswert, wenn von der Umgestaltung des Kirchenvorplatzes ein Impuls auch für den Einzelhandel ausginge“, sagt Karl Hamacher vom Aachener Planungsbüro BKR, Stellvertreter des eigens fürs InHK engagierten Innenstadtmanagers Christoph Küpper.

Ein Beispiel für stadtteilprägendes Engagement privater Investoren findet sich bereits direkt gegenüber der Kirche an der Eygelshovener Straße. Die Kirchengemeinde St. Gertrud und das Aachener Architekturbüro „Linie 4“ projektieren hier zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 17 Wohnungen, zwei Aufzügen und einer Gewerbeeinheit. Drei alte Bauten sind dafür abgerissen worden, einzig stehen geblieben ist die alte Schmiede, die ins neue Gebäudeensemble integriert werden soll.

Auch das Umfeld des Ferdinand-Schmetz-Platzes wird demnächst ein ganz neues Gesicht bekommen: Die Geilenkirchener Architektin Claudia Weber errichtet auf dem Areal des ehemaligen Supermarkts unter dem Arbeitstitel „Wohnen an der Wurmpromenade“ ein Mehrgenerationenhaus mit barrierefreien Wohnungen in unterschiedlichen Zuschnitten und Ausmaßen. Ins Erdgeschoss soll eine Tagespflege einziehen. Der Abriss des bestehenden Gebäudekomplexes erfolgt, sobald er komplett leergezogen ist, wie Hamacher erläutert.

An der Bahnhofstraße möchte Architektin Weber überdies ein Apartment-Haus „Villa Marbaise“ mit 59 Wohneinheiten von 33 bis 50 Quadratmeter Größe auf vier Etagen in Holzbauweise verwirklichen. Vor Baubeginn werden noch Straßenarbeiten im Bereich des Marbaise-Parkplatzes vorgenommen.

Erlebbare Wurm

Fürs kommende Jahr ist noch ein weiteres Projekt angedacht, für das die Büros „Kraftraum“ aus Krefeld und „Pro Aqua“ aus Aachen eine Machbarkeitsstudie erstellt haben, nämlich die „Erlebbare Wurm“. Eine attraktive Rad- und Fußwegeverbindung soll dereinst von der Grünfläche am Ferdinand-Schmetz-Platz bis zum alten Friedhof führen, unter der Bahnbrücke hinweg und am Vegla-Parkplatz entlang. Zurzeit, so Hamacher, laufen die Vorbereitungen für die Ausschreibung zwecks Freiraumplanung.

Das Ganze soll in gelungenem zeitlichen Kontext mit den Maßnahmen erfolgen, die der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) derzeit in Herzogenrath projektiert, um den Hochwasserschutz für die City von einem 50-jährlichen auf ein hundertjährliches Ereignis auszulegen. Die Pläne des WVER werden übrigens bei einer Bürgerinfoveranstaltung am Mittwoch, 8. Mai, 19 Uhr, im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17, vorgestellt.

Und ein Bild von den Einzelmaßnahmen des Innenstadtkonzepts können sich Interessierte am kommenden Samstag machen.

www.herzogenrath-mitte.jetzt

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