Großer Andrang beim Burgfest in Herzogenrath

Burgfest in Herzogenrath : Jede Menge zu entdecken – etwa ein neues Sofa

Flanieren, Zuhören, Shoppen: Das Burgfest in Herzogenrath wird wieder zum grenzüberschreitenden Ereignis.

Eines muss man den Herzogenrathern lassen: Sie leben ihre Nachbarschaft. Denn nicht nur strömten viele Menschen aus Kerkrade und Eygelshoven auf die deutsche Seite von Eurode zum Burgfest und füllten bei bestem Wetter Kleikstraße, Burggarten und Ferdinand-Schmetz-Platz bis zum Überlaufen. Mit der Einweihung des „Social Sofas“ feierten sie zugleich eine kreative Idee, die nicht nur bunt und schillernd-farbig daherkommt, sondern auch das Zusammenleben auf Touren bringt.

Die „Sofas“ sind ein Produkt aus einem Atelier, das bis vor kurzem in der ehemaligen Hauptpost von Kerkrade an der Hoofdstraat im Zentrum der niederländischen Gemeinde seinen Standort hatte und derzeit noch ein neues Obdach sucht. Erfunden hat die originellen Möbelstücke die Künstlerin Karin Bruers aus Tilburg (Noord-Brabant). Kennzeichnend sind die ins Sofa eingelassenen Mosaikarbeiten. Das macht sie zu einem Kunstwerk – aber auch zu einem Ort der Kommunikation, denn gerade durch ihre Buntheit sollen sie dazu einladen, sich auf ihnen niederzulassen und ein Gespräch anzufangen.

Herzogenrath hat sich nun zu Städten wie unter anderem Amsterdam, Groningen und Südlohn im Münsterland gesellt, in denen bereits solche Sofas aufgestellt worden sind. Sofas in Kerkrade gibt es unter anderem in der Maria Gorettistraat, auf dem Erensteinerveld und im Stadtpark am Koningsweg. Nun hat auch der Burggarten so ein Outdoor-Sofa abbekommen – Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch und Kerkrades Alt-Bürgermeister Jos Som sowie andere Festgäste, darunter Regina Leue (Kerkrade) von der Aktion „Social Sofa“, nahmen das gute Stück jedenfalls mit freundlicher Neugier in Augenschein. Die Mosaike zeigen typische Motive aus Eurode, so zum Beispiel die frühere Grube Adolf in Merkstein und den „Moses“ am Herzogenrather Bahnhof sowie Szenen aus Kerkrade. Apropos Bürgermeister: Kollege Jos Som, frischer Pensionär, gab sich noch einmal in der deutschen Schwesterkommune die Ehre.

Nicht nur auf der Burg, auch in der Stadtmitte drängten sich die Besucher. Foto: Wolfgang Sevenich

Doch wiewohl der Farbtupfer das Geschehen beim Burgfest, einer Gemeinschaftsveranstaltung von Stadt, Burg-Rode- und Gewerbeverein, nachhaltig belebte: Bunt ging es dort sowieso schon zu. Für belebende Akzente sorgten dabei nicht nur die Kunsthandwerker und Mittelalter-Darsteller rund um die Burg und auch nicht ausschließlich ihre Händler-Kollegen in den sonntags geöffneten Geschäften und um den Ferdinand-Schmetz-Platz – es gab ein sehr respektables Kulturprogramm, zu dem unter anderem – im Burggarten – auf der Freilichtbühne Schüler des Gymnasiums Herzogenrath, Opernsänger Mario Taghadossi, die Lokalmatadore von der Harmonie Cäcilia und ihre Kollegen von der Harmonie St. Gregorius aus dem nahen Haanrade mit klingendem Spiel beitrugen. Pünktlich zur Stelle war auch Weinprinzessin Sophie Sermann aus Mayschoß mit ihrer Prinzessin Emily, der Bürgermeister von den Driesch charmant ihre Aufwartung machte. Harte Konkurrenten um die Publikumsgunst: die Kindergartenkinder von St. Gertrud sowie aus der „Villa Kunterbunt“ und Pannesheide.

In der Innenstadt war auch für die Erwachsenen bestens gesorgt. So ließ sich auf der Bühne am Ferdinand-Schmetz-Platz mit dem „Lagerfeuer-Trio“ eine regionale Band von weit reichendem Ruf hören. Die Musiker der Formation „Don’t stop“ und Clown „Desalles“ erwiesen sich darüber hinaus am Sonntag als Publikumsmagneten.

Rundum zufrieden äußerte sich auch Mitveranstalterin Ina Hauswith, die Vorsitzende des Gewerbevereins: „In den Geschäften und drumherum war kaum noch ein Durchkommen.“ Bestens präsentieren konnten sich auch die Vertreter der Vereine an ihren Infoständen, darunter Aktive aus der KG „De Bockrijjer“, Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks und des Schachvereins.

Mehr von Aachener Nachrichten