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Gestohlene Infotafel an der Wurm erneuert

Mutige Retterin in der NS-Zeit : Gestohlene Infotafel über Anna Nöhlen erneuert

Im Mai war sie entwendet worden. Nun haben die NaturFreunde die Infotafel zu Anna Nöhlen neu am „WasserWegWurm“ angebracht. Nöhlen hatte in der NS-Zeit Juden gerettet und war im KZ umgebracht worden.

In einer Nacht- und Nebelaktion hatten Unbekannte im Mai die Infotafel zu Anna Nöhlen am „WasserWegWurm“ abmontiert und entwendet. Jetzt wurde sie wieder aufgestellt. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir die große Infotafel dank großzügiger finanzieller Zuwendungen von der ‚Bürgerstiftung Herzogenrath’, dem Eurode-Zweckverband und der Sparkasse Aachen aus dem Topf der Corona-Vereinshilfe jetzt ersetzen konnten“, so der Vorsitzende der NaturFreunde Herzogenrath-Merkstein, Bruno Barth.

Politisches Motiv?

Die NaturFreunde äußerten damals die Vermutung, es könne ein politisches Motiv hinter dem Diebstahl stecken. Anna Nöhlen hatte im Dritten Reich Juden und politische Verfolgte aus Nazi-Deutschland an dieser Stelle über die Wurm auf die niederländische Seite gebracht. Sie hatte ihr mutiges Handeln mit dem Tod im KZ bezahlt.

Besonders wichtig ist den NaturFreunde die Infotafel deshalb, weil sie den verbindenden Charakter zwischen Kerkrade und Herzogenrath mit seiner heute nicht mehr sichtbaren Grenze an dieser Stelle unterstreicht.

Der 5,4km lange „WasserWegWurm“ verläuft zur Hälfte auf niederländischem und zur Hälfte auf deutschem Gebiet. „Wir hoffen sehr, dass die neue Infotafel von Vandalen oder politischen Irrläufern verschont bleibt“, sagt Barth.

(red)