Anna Moors: Einsatz für die Klimapolitik: „Der Stress lohnt sich!“

Anna Moors : Einsatz für die Klimapolitik: „Der Stress lohnt sich!“

Sie wird von Politikern eingeladen, geht zu Diskussionsrunden mit Bürgern, schreibt Pressemitteilungen, stellte einen Antrag an die Stadt. So sieht der Alltag von Anna Moors aus Herzogenrath aus.

Neben der Schule ist die 17-jährige leidenschaftliche Klimaaktivistin. Ihr Engagement und ihre Zeit steckt sie viel in „Fridays for Future“, besucht natürlich auch alle Demos, doch auch als Einzelperson bleibt sie nicht untätig.

Angefangen hat alles im Januar. „Ich war schon immer an Politik interessiert. Als ich dann in die Schülervertretung in meiner Schule gekommen bin, habe ich mich auch da für die Nachhaltigkeit eingesetzt, zum Beispiel haben wir Pfandflaschen-Sammeltonnen aufgestellt“, sagt Anna.

Schnell wurde sie dann auf „Fridays for Future“ aufmerksam. Hier setzt sie sich tatkräftig ein, organisiert mit anderen die Demonstrationen, nimmt ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu Demonstrationen mit und klärt auch im Unterricht über die Bewegung auf. „Ich habe Glück mit meiner Schule. Mein Einsatz wird dort akzeptiert und respektiert.“ Das Gymnasium Herzogenrath, bei dem Anna die elfte Klasse besucht, beurlaubte bisher einmal einige Schülerinnen und Schüler für eine Freitagsdemonstration. „Annas Engagement für die Bewegung begrüßen wir sehr“, sagt Nadja Winter, Lehrerin und Pressebeauftragte des Gymnasiums.

Auch wenn Klimapolitik für eine 17-jährige ziemlich anstrengend sein kann, kann sich Anna nicht vorstellen, etwas anderes zu tun. „Ich kann mir nicht vorstellen, mich nicht einzumischen. Das, was ich tue, ergibt unglaublich viel Sinn. Der Stress lohnt sich! Manchmal kann es ziemlich ermüdend sein.“ Besonders Gespräche mit Politikern seien immer gleich und verlaufen so gut wie immer im nichts. „Das ist einfach frustrierend.“

Immer wieder wird Anna von Politikern eingeladen, doch es komme so rüber, als wollen sie sich alle nur ins beste Licht rücken und haben eigentlich kein Interesse daran, wirklich etwas zu ändern. Auch der Druck von Außen ist nicht immer leicht.

„Es wird immer wieder drauf geachtet, dass wir in der Klimabewegung alles richtig machen. Natürlich wollen wir den Klimaschutz voranbringen und etwas verändern. Aber das heißt noch lange nicht, dass wir perfekt sind. Ich mache auch gerade meinen Führerschein. Aber ich versuche nun mal, so wenig wie möglich mit dem Auto zu fahren“, erklärt sie. Es sei wichtig, Grenzen zu setzen. Jeder könne bei sich anfangen und Kleinigkeiten verändern. „Aber es stimmt doch nicht, dass ich erst etwas zu dem Verhalten von anderen sagen kann, wenn ich selbst perfekt bin.“ Denn Anna ist ein ganz normales 17-jähriges Mädchen, die in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne schwimmen geht, sogar vor dem Unterricht joggen steht häufig an der Tagesordnung. Nach dem Abi will sie am liebsten studieren. Politikwissenschaften natürlich.

Was sich Annas Meinung so schnell wie möglich ändern muss? Besonders die öffentlichen Verkehrsmittel müssen viel einfacher zugänglich sein. „Es kann nicht sein, dass man hier teilweise viel Geld bezahlen muss, um mit dem Zug zu fahren. Ich war neulich in Luxemburg, dort war es so einfach und vor allem umsonst, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Da hätte es überhaupt keinen Sinn ergeben, mit dem Auto zu fahren.“ Nachhaltigkeit müsse allgemein einfacher werden.

„Zum Beispiel könnte man Secondhandläden viel attraktiver und größer machen.“ Sie hat viele Ideen und Verbesserungsvorschläge und gibt alles dran, dass sie umgesetzt werden.

Anna wird genau so weiter machen, bis die Politiker handeln. Im Mai stellte sie einen Antrag an die Stadt Herzogenrath zur Ausrufung des Klimanotstandes. „Ich hoffe natürlich sehr, dass der Antrag durchkommt. So gibt es zumindest eine Basis und einen Anhaltspunkt kommunal den Klimaschutz voranzutreiben“, betont sie.

(lgob)