Ehrenring der Stadt Herzogenrath: drei von fünf designierten Trägern verzichten

Ehrenring der Stadt Herzogenrath : Drei von fünf designierten Trägern verzichten

Wer sich um das Wohl der Stadt Herzogenrath „in besonderer Weise“ verdient gemacht hat, kann mit dem Ehrenring ausgezeichnet werden. Der wird seit 2014 in einer Aachener Goldschmiede aus Palladium gefertigt, mit gelbgoldener Platte, die das Herzogenrather Löwenwappen darstellt.

Bei Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern gilt die Voraussetzung als erfüllt, wenn sie eine 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit auf diesem Feld nachweisen können. So steht es in den Richtlinien. Und so werden regelmäßig Ehrenringe verliehen.

Und ebenso regelmäßig bekundet Linke-Fraktionschef Toni Ameis beim jeweils vorausgehenden Verleihungsbeschluss im Stadtrat, dass er sich vorstellen könne, eine „bessere und modernere Form“ der Würdigung langjährigen lokalpolitischen Einsatzes zu finden als die Verleihung eines (teuren) Rings. Jüngst war das wieder der Fall. Denn in der letzten Ratssitzung dieses Jahres, am 17. Dezember, sollen wieder Ehrenringe verliehen werden, an fünf verdiente Personen. Aufwandsposten für Ringe und gerahmte Urkunden: rund 6500 Euro.

Diesmal dürfte es deutlich preiswerter werden, denn drei zu Würdigende haben von der Entgegennahme besagten Ringes abgesehen Hermann Fleu (CDU) hatte der Stadtverwaltung schon vor Erstellung der Sitzungsvorlage mitgeteilt, auf den Ring zu verzichten. Den für dessen Herstellung vorgesehenen Betrag würde er gerne der Bürgerstiftung zur Verfügung stellen. Fleu hat sich seit November 1994 als sachkundiger Bürger in verschiedenen Fachausschüssen eingesetzt und ist zurzeit unter anderem im Bau- und Verkehrs- und im Jugendhilfeausschuss, im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie im Seniorenbeirat tätig. Von 1999 bis 2004 sowie von 2009 bis 2014 war er überdies Ratsverordneter.

Dr. Bernd Fasel (Grüne) möchte ebenfalls keinen Ring. „Ich brauche keine materielle Ehrung“, sagt er auf Anfrage. Und unterstreicht dies als seine persönliche Entscheidung: „Jeder soll selbst wissen, wie wichtig ihm Symbole sind. Mir reicht eine ideelle Würdigung.“ 25 Jahre seien immerhin eine lange Zeit. Fasel war unter anderem von 1994 bis 1995 sowie von 2000 bis 2004 sachkundiger Bürger und von 1995 bis 2000 und dann wieder seit 2004 Stadtverordneter.

Darüber hinaus sitzt er in diversen Gesellschafterversammlungen respektive Aufsichtsräten, unter anderem des Wasserverbands Eifel-Rur, der TPH GmbH, des Städte- und Gemeindebunds sowie in der Bürgerstiftung Herzogenrath. Was die Verwendung der eingesparten Summe für den Ring angeht, sagt Fasel: „Die Stadt wird wissen, was sie mit dem Geld machen kann.“

Gar ganz auf eine Würdigung verzichten möchte Wilfried Hammers, Gemeindereferent von St. Josef, Straß, und Vorsitzender des rührigen Fördervereins für Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen, der unter anderem das Soziokulturelle Zentrum Klösterchen, die Recyclingbörse und das Gebrauchtwarenkaufhaus „Patchwork“ betreibt: Seinen Verzicht hat er in einem Brief an Bürgermeister Christoph von den Driesch erklärt: „Mit Überraschung“ habe er in der Vorlage zur Ratssitzung gelesen, „dass u.a. mir einem Regularium in Herzogenrath entsprechend der Ehrenring der Stadt zugedacht ist.

Danke, aber...

Danke für die Wertschätzung meiner langjährigen Mitarbeit im JHA“, heißt es in dem Schreiben. Und: „Weil ich jedoch schon lange kein Ehrenamtsverständnis dieser Art mehr habe und auch in meiner Dienstgemeinde in die andere Richtung zwischen den Engagierten in Straß und mir als Hauptberufler nicht nur expressis verbis, sondern gerade auch in der Praxis ganz konkret das zivilgesellschaftliche Engagement als Grundlage der Zusammenarbeit pflege, werde ich diese Ehrung nicht annehmen.“ Hammers ist seit 1994 beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss (JHA).

Zur Würdigung stehen überdies Bert Lauscher, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, und Robert Savelsberg, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands sowie des Wirtschaftsausschusses, an. Lauscher war zunächst sachkundiger Bürger von Mai bis Oktober 1994 sowie seit 2004 in diversen Fachausschüssen, zurzeit im Umwelt- und Planungsausschuss. Zudem war er Ratsverordneter von Oktober 1994 bis 2004.

Savelsberg ist seit 1994 ununterbrochen Ratsverordneter und zurzeit neben dem Wirtschafts- auch Mitglied des Haupt- und Finanz- sowie Rechnungsprüfungsausschusses. Überdies ist er unter anderem im Kriminalpräventiven Rat, in der Verbandsversammlung des Wasserverbands Eifel-Rur und in der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Herzogenrath.

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