Der Wasserweg Wurm in Herzogenrath und Kerkrade ist eröffnet

Rundweg eröffnet : Großes Interesse am „Wasserweg Wurm“

Zur Eröffnung des mit Infotafeln versehenen Rundwegs kommen viel mehr Besucher als von den Initiatoren erwartet. Das laut Bruno Barth (Naturfreunde Merkstein) „größte und arbeitsintensivste Projekt der letzten Jahre“ ist am Sonntag erfolgreich gestartet.

Der „Wasserweg Wurm“ (WWW) steht den Besuchern des Flusses im Grenzgebiet zwischen Herzogenrath und Kerkrade ab sofort mit allen Infotafeln auf einer Rundstrecke von 5,4 Kilometern zur Verfügung. Bruno Barth (Vorsitzender der Naturfreunde Herzogenrath-Merkstein), Projektmanager Markus Maaßen und die beiden Eurodo Bürgermeister Jos Som (Kerkrade) und Christoph von den Driesch (Herzogenrath) enthüllten am Mittag symbolisch das Hinweisschild an der Baalsbrugger Mühle, welches den Startpunkt markiert.

Gemeinsam mit der Besitzerin der Mühle, Marga Wolthuis, konnten sich die Besucher einen Eindruck von der traumhaften Wurm-Idylle verschaffen.

Spontane „Kinderführung“

Das Interesse der Öffentlichkeit sprengte die Erwartungen der Gastgeber – die Zahl von 50 Personen, mit denen man eigentlich gerechnet hatte, wurde schon in der ersten Stunde deutlich übertroffen. Zwei „Premieren-Führungen“ hatten die Naturfreunde und die auf niederländischer Seite kooperierende IVN im Angebot. Nachdem sich die ersten beiden Gruppen mit insgesamt mehr als 40 Personen und ihren beiden Leitern Markus Maaßen und Peter Kuhn auf die Rundreise gemacht hatten, reagierte man spontan auf den hohen Andrang.

Werner Diederen stellte in Windeseile eine eigene „Kinderführung“ zusammen und begleitete den jungen Expeditionstross. Neben der musikalischen Begleitung durch die Musikgruppe der Merksteiner Naturfreunde und erläuternden Worten von Barth und Maaßen zum Projekthintergrund durften auch die beiden Bürgermeister ihre ersten Eindrücke wiedergeben.

Som sprach von einer beeindruckenden Kooperation, die Grenzen überschreite und die Menschen verbinde. Eine Woche vor der Europawahl erkannte er, das ein Projekt wie dieses den unschätzbaren Wert eines freien und gemeinschaftlichen Europas bezeuge, und stimmte somit den Worten Barths zu. „Man sieht und fühlt auf diesem Weg keine Grenzen und das ist auch gut so“, hatte der NF-Vorsitzende zuvor angemerkt. Von den Driesch teilte diese Einschätzung während seines Grußwortes und bedankte sich für den unerschütterlichen Einsatz, den die niederländischen und deutschen Beteiligten geleistet haben.

Bis kurz vor der offiziellen Eröffnung wurde noch buchstäblich am Weg „geschraubt und gebohrt“ – über 500 Arbeitsstunden investierten alleine die zehn freiwilligen Helfer aus dem Ortsverband der Naturfreunde. Als Sponsoren und Förderer des Wasserwegs taten sich vor allem der Eurode Zweckverband, die Kulturstiftung der Sparkasse Aachen, die Herzogenrather Bürgerstiftung und nicht zuletzt die Stiftung „Umwelt und Entwicklung“ NRW hervor. Die Bauhöfe auf deutscher und niederländischer Seite koordinierten das Aufstellen der Wegweiser und Schilder untereinander und konnten rechtzeitig Vollzug melden.

Rolf Beckers (r.) zeigt seine Ausstellung „Mühlen an der Wurm“. Foto: Yannick Longerich

Rolf Beckers zeigt Mühlenfotos

Dass das Funktionsprinzip Europa noch die ein oder andere Tücke aufweist, zeigte sich an folgender Anekdote: Ein zum Inventar der Stadt Herzogenrath gehörender Pavillon konnte aus versicherungstechnischen Gründen nicht verwendet werden – der Aufstellort lag wenige Meter hinter der Landesgrenze. Auch hier zeigte sich die starke Gemeinschaft, die befreundete IG Bauen, Agrar und Umwelt konnte kurzfristig aushelfen.

Wer sich im Inneren der Mühle umsah, der kam nicht vorbei an einer interessanten Fotoausstellung aus den Händen von Rolf Beckers. Der passionierte Fotograf hatte die „Mühlen an der Wurm“ abgelichtet und allerhand Informationen über die oftmals vergessenen Bauwerke zusammengetragen. Darüber hinaus erwarteten die Besucher detaillierte Zeichnungen der Baalsbrugger Mühle. Besitzerin Wolthuis arbeitet zusammen mit der Stichting Watermill Foundation an einer Reaktivierung des Mühlrads.

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