Bauzeitenplan sieht Hallenbaderöffnung für 15. Dezember 2022 vor

Neubau in Kohlscheid : Eröffnung des Hallenbads für Dezember 2022 geplant

Der taggenaue Bauzeitenplan fürs neue Hallenbad an der Roermonder Straße liegt vor. Eine Lenkungsgruppe soll es aber nicht geben. Vereine und SSV wollen dennoch angemessen beteiligt werden.

Der Countdown läuft: Am Donnerstag, 15. Dezember 2022, soll das Hallenbad Roermonder Straße eingeweiht werden. Auf den Tag genau ist der Bauzeitenplan festgelegt, den die Stadtverwaltung jetzt für die Errichtung der neuen zentralen Schwimmhalle vorgelegt hat. Die ja nun nicht mehr auf dem Acker zwischen ABK und Blumenhandel an der Roermonder Straße, sondern wenige Meter entfernt auf dem jetzigen Rasenplatz des Sportplatzes von Grenzwacht Pannesheide errichtet werden soll. Womit letztlich doch dem Standortvorschlag der FDP gefolgt worden ist. Und zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können, denn quasi als Nebeneffekt erhält die Grenzwacht auf dem wegen der maroden Drainage häufig unter Wasser stehenden Tennenplatz einen ganzjährig bespielbaren Kunstrasen (Infobox).

Läuft alles planmäßig, so ist die Grundstücksvermessung abgeschlossen und es laufen derzeit die Bodenuntersuchungen. Die Sondierungen in puncto Kampfmittel sind ab erster Oktoberwoche vorgesehen, ein gut 14-tägiges Zeitfenster für das Umweltgutachten, das dann Anfang November vorliegen soll. Die Aufstellung der 42. Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Sportplatz Forensberger Straße hat der Umwelt- und Planungausschuss jetzt einstimmig beschlossen, auf Anregung von Referatsleiter Stephan Mingers im Zuge eines frühzeitigen Beteiligungsverfahrens (Stefan Becker, CDU: „Alles, was die Sache beschleunigt, nehmen wir gerne an“). Entsprechend aufgehoben wurden die Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans II/70 sowie zur 41. Änderung des Flächennutzungsplans, die sich auf die Errichtung des Hallenbads auf oben erwähntem Acker bezogen.

Das frühzeitige Beteiligungsverfahren ist für Anfang Februar 2020 avisiert, der Feststellungsbeschluss des Rates für Mitte Juni 2020. Bereits begonnen hat das Ausschreibungsverfahren für einen Generalplaner, die Auftragserteilung soll Anfang März 2020 erfolgen. Die restliche Umgestaltung des Sportplatzgeländes inklusive Parkplätze und Kunstrasenplatz möchte die Verwaltung dann bis Ende des Jahres 2022 erledigt haben.

Ein ehrgeiziger Bauzeitenplan, der wieder Hoffnung bei den Vereinen keimen lassen dürfte. Nichtsdestotrotz gibt es Unmut. Denn in derselben Sitzung, in der die Politik die Planungen zur Kenntnis genommen hat, ist die Gründung einer Lenkungsgruppe mehrheitlich abgelehnt worden. Die FDP hatte ein solches Gremium beantragt, um Detailplanungen und Anregungen auf den Weg bringen zu können. Vertreter der Fraktionen sowie nach Möglichkeit auch des Stadtsportverbands (SSV), der Wassersportvereine und die Sprecher der Schulen im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur wurden als Mitglieder vorgeschlagen. Die Mehrheit indes lehnte den entsprechenden Beschlussvorschlag der Verwaltung mit Verweis auf die Kleine Kommission des Bauausschusses ab.

Sehr zur Enttäuschung von FDP-Fraktionschef Björn Bock: Es gebe Lenkungsgruppen für den Gesamtschulanbau und die Innenstadtentwicklung, warum also nicht für eines der größten Bauprojekte der Stadt, die Schwimmhalle?, fragt er. Und: „Es ist ein Jahr verstrichen, bevor man sich einig war, was überhaupt in Sachen Schwimmbad geschehen soll. Und ein weiteres Jahr, bis jetzt endlich der richtige Standort feststeht.“ Eine Lenkungsgruppe sei mit Blick auf die drängende Zeit angesagt, da so nicht nur die nötige Transparenz gegeben sei, sondern auch Beschlüsse schneller vorbereitet werden könnten, wenn alle vom Umbauprojekt Betroffenen – also etwa auch die Fußballer – an einem Tisch säßen.

Informationsgespräch erbeten

Sorge, vom Informationsfluss abgehängt zu sein, hat auch Egi Laufen, Vorsitzender des Kohlscheider Schwimmclubs (KSC), der ansonsten „guter Dinge“ ist: Immerhin habe auch der Neurieder Bädergutachter im Februar 2018 die Beteiligung der Vereine ausdrücklich angeraten. An die damals auch erfolgte Zusage durch die Politik sowie einen bereits im Juli 2017 gefassten ähnlichen Ratsbeschluss hinsichtlich des Bäderkonzepts erinnert denn auch SSV-Geschäftsführer Manfred Borgs in einem Schreiben, das er am Donnerstagnachmittag an Bürgermeister Christoph von den Driesch geschickt hat. „Die Lenkungsgruppe Badbau wäre hierfür ein geeignetes Gremium gewesen“, stellt er fest und bittet um ein Informationsgespräch mit allen Beteiligten, um die „beschlossene und zugesagte Einbeziehung des Sports“ sowie Bauplanung und Bauzeitenplan darzustellen.

Die Antwort folgte prompt: „Aus meiner Sicht bleibt es selbstverständlich bei der Einbeziehung der wassersporttreibenden Vereine bei der weiteren Planung“, schreibt von den Driesch zurück. „Das war nach meinem Kenntnisstand auch nicht mit der Ablehnung des Antrags im Fachausschuss gemeint.“ Gerne werde er einen Terminvorschlag zur weiteren Abstimmung unterbreiten.

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