Abtei Rolduc: Zwischen Historie und zukunftsweisender Zusammenarbeit

Abtei Rolduc : Zwischen Historie und zukunftsweisender Zusammenarbeit

Die „Euregio“ steht wie keine andere Region in Europa für internationale Verständigung, und Entwicklung. Unsere Heimat ist freilich kein Friedensprojekt der Moderne, sondern vielmehr ein Konstrukt, das seine Wurzeln tief in der Geschichte vergraben sieht.

Die Region hat ihr Fundament in der kulturellen Einheit des historischen Herzogtums Limburg – beide Chroniken sind untrennbar ineinander verwoben. Das zehnjährige Jubiläum der Ambassade du Pays de Rode à Limbourg im Frühsommer dieses Jahres wirkt „gering“ ob der langen Historie des Herzogtums. Und dennoch ist die Ambassade trotz ihres jungen Alters eines der größten Aushängeschilder – durch sie wird in der Euregio ein kulturelles Bewusstsein für ihre beeindruckende Historik belebt.

Ausgehend von der Abtei Rolduc im niederländischen Kerkrade und auf Initiative der dort wirkenden „Sankt-Catharina-Gilde“ nahm im Mai 2009 die Ambassade ihre Arbeit auf. Sie unterstützt seitdem die Interessen der niederländischen Organisation Stichting Herzoglimburg-Pad (HLP) im Pays de Rode bei internationalen Ereignissen und Aktivitäten. Der aktuelle Ambassadeur („vorsitzender Botschafter“), Dr. Jörg Schmitz-Gielsdorf, verweist auf den kulturellen, touristischen sowie beziehungsbildenden Auftrag der Ambassade. Schmitz-Gielsdorfs Vorgänger Jack Buck war vom Gründungsjahr 2009 bis 2012 erster Ambassadeur.

Seine Ernennung sowie die seines Nachfolgers Schmitz-Gielsdorf erfreute sich dereinst royalem Beistand. Unter anderem wohnten die Gouverneure Léon Frissen und Theo Bovens (jeweils „Commissaris“ des Königshauses für die niederländische Provinz Limburg) sowie verschiedener Vertreter von Kirche und Politik aus Belgien und Deutschland. König Willem-Alexander kam – dereinst noch als Kronprinz – zum offiziellen Eröffnungsakt der Ambassade 2009.

Seine Frau, Königin Máxima, hat damals wie heute ein enges Verhältnis zur Abtei Rolduc. Die Grabkirche der Limburger Herzöge, die im 12. und 13. Jahrhundert die Vogtei führten, ist hier gelegen. Deren Geschichte ist eng verknüpft mit dem Königshaus, sind die Herzöge doch direkte Vorfahren des Hauses von Oranje-Nassau. 2010 war Willem-Alexander darüber hinaus ein zweites Mal in Rolduc. Bei diesem Besuch weihte er eine weitere Stele ein, die den Ausgangspunkt des historischen Herzog-Limburg-Pfads markiert.

Der Pfad ist dabei für die Ambassade mehr als nur ein schlichter „Wanderweg“. Catharina Scholtens hat als Vorstandsvorsitzende der Stichting HLP sowohl den zehnjährigen Werdegang der Ambassade als auch die Geschichte des Pfads hautnah miterlebt und mitgestaltet. Nach den frühsommerlichen Feierlichkeiten steht bereits das nächste Jubiläum ins Haus. Im Oktober wird die moderne Form des Herzog-Limburg-Pfads 20 Jahre alt. Auf 20 reizvollen Wanderrouten lässt sich auf diesem das alte Herzogtum Limburg erkunden. Die Reise weist eine Gesamtlänge von insgesamt knapp 140 Kilometern auf und schlängelt sich durch die Euregio, vorbei an kulturhistorischen Denkmälern und Orten, die für die Geschichte im Dreiländereck bedeutsam sind: Vom Residenzstädtchen Limbourg-sur-Vesdre in Belgien über Hertogenrode/Herzogenrath in Deutschland nach Rode-le-Duc/Rolduc bei Kerkrade in den Niederlanden.

Fritz Sprokel bannte als Initiator des Pfads sein gewaltiges Wissen vor Jahren auf Papier. Scholtens zeichnete zusammen mit einer Freundin verantwortlich für die deutsche Übersetzung – eine Ausgabe in französischer Sprache ist mittlerweile ebenfalls erschienen. Das Werk „Der Herzog-Limburg-Pfad“ erscheint in den Niederlanden bereits in dritter Auflage und wurde unlängst mit dem niederländischen Kulturpreis ausgezeichnet. Seit „Inbetriebnahme“ der Strecke finden jährlich drei zentral organisierte Wanderungen sowie ein Fest statt. „Natürlich ist die Stiftungsarbeit äußerst vielseitig und anstrengend. Allerdings haben wir alle die Möglichkeit, etwas unfassbar Verbindendes und Nachhaltiges zu schaffen und weiter zu fördern“, ist sich Scholtens sicher.

Ob die königliche Familie einmal selbst die Wanderschuhe schnüren wird, bleibt abzuwarten. Gelegenheit hätten Willem-Alexander und Máxima nebst ihren Kindern Catharina-Amalia, Alexia und Ariana im Oktober nächsten Jahres, wenn das historische Herzogtum Limburg seinen 1000. Geburtstag feiert.

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