100 Jahre Sport- und Spielverein Herzogenrath

100 Jahre : Tore aus gestohlenen Bohnenstangen beim Sport- und Spielverein

100 Jahre Sport-und Spielverein Herzogenrath. Die Gedanken gehen zurück zu den Jahren, als ein Häuflein Idealisten eine Sportgemeinschaft, eine Mannschaft bildete und seinen Fußball spielte, frei von allen Einschränkungen und Vorschriften.

Man blättert in der Chronik viele Jahre zurück und findet in Afden den Jünglingsverein unter Kaplan Offermann, der in der Ruifer Gasse schlecht und recht seinen Fußball spielt. Als später der Platz abgegeben werden musste, wechselte man zunächst zwar nach Magerau über, doch ging bald der Verein dadurch in die Brüche, dass die meisten Spieler zum Jünglingsverein Herzogenrath „überliefen“ – man zählt inzwischen die Jahre 1908-1911 –, weil dort schon „besser“ gespielt wurde und man auch sonst weitaus organisierter war.

Die Sportanlage des Jünglingsvereines Herzogenrath befand sich in der Hahnstraße. Kurz vor dem Kriegsausbruch 1914 wurde allerdings eine Verlegung des Sportplatzes notwendig. Das neue „Heim“ wurde am Beckenberg aufgeschlagen.

Nach dem Krieg vereinigt

1913 war durch die Unterstützung der Herzogenrather Glaswerke die Gründung des FC Preußen Herzogenrath erfolgt. Nach dem Krieg vereinigten sich die Herzogenrather Fußballvereine 1918/1919 zum FC Spielverein Herzogenrath, und dieser musste mangels finanzieller Mittel improvisieren: Die Tore wurden aus Bohnenstangen, die man aus dem Garten des Vereinswirtes entwendet hatte, zusammengebaut. Für die Trikots wusste der damalige Vorsitzende Wilhelm Sprothen Rat: Er nahm die Herzogenrather Fahne, bekanntlich rot-gelb, die im Besitz seiner Familie war, und lies davon so viele gelbe Streifen schneiden, wie Trikots vorhanden waren. Ohne viel Mühe wurden die Querstreifen eingearbeitet.

Nichts ist so beständig wie der Wechsel: die Rot-Gelben mussten nach ihrem rasanten Höhenflug der ersten Jahre bald lernen, auch weniger glückliche Zeiten durchzustehen. Solche nahten erstmals, als der FC Spielverein Herzogenrath sich 1924 mit der Sportgesellschaft Nordstern zusammenschloss unter dem Namen Sport- und Spielverein Herzogenrath. 1926 wechselte der Verein von der Eygelshovener Straße auf seine heutige Sportstätte auf den Fuchsberg.

Allen Schwierigkeiten zum Trotz brachte der SuS im August 1945 – wenige Monate nach Kriegsende – schon wieder eine Mannschaft aufs Spielfeld. Verstärkt durch die spielstarken Willi Nießen und Hans Zanders erkämpften die Füchse 1947/48 die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Bezirksklasse, bis ihnen 1952/53 der Durchbruch zu erneuter Meisterschaft gelang und der Aufstieg in die Landesliga, der damals höchsten Amateurklasse, gefeiert werden konnte.

Waldstadion eingeweiht

Das Waldstadion am Fuchsberg wurde am 15. Juni 1952 mit der Begegnung SuS gegen Rhenania Würselen seiner Bestimmung übergeben. Die Gründung einer Handballabteilung erfolgte Mitte der 1940er Jahre. Seit dem 50-jährigen Bestehen des SuS im Jahr 1969 steht an der Ecke Aachener Straße/Am Beckenberg ein Berliner Meilenstein mit Berliner Bär und der Inschrift „Berlin 633 km“. Dieses Geschenk des Berliner Senats hatte der SuS und die Stadt Herzogenrath für die erfolgreiche Ausrichtung einer Berliner Woche anlässlich des Vereinsjubiläums erhalten.

1979 gründete sich die erfolgreiche Leichtathletikabteilung unter der Leitung von Josef Crombach. Nach der Jahrtausendwende wuchs unter Jugendleiter Ralf
Klohr eine starke Jugendabteilung neu heran und die Fair-Play-Liga (Kinderfußball ohne Einflussnahme von Erwachsenen) sowie der Kiga-Cup (Fußballturnier der Herzogenrather Kindergärten) wurden ins Leben gerufen.

Zum aktuellen Vorstand gehören: 1. René Günther Vorsitzender, Marco Paland 2. Vorsitzender, Thomas Heringloh Geschäftsführer und Jugendleiter, Andrea Heringloh Kassiererin, Ralf Ortmanns Platzwart Frank Ortmanns Haustechnik, Harald Juchems als Zeugwart. Um das Vereinsheim kümmert sich Ramona Juchems.

(fs)
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