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Herzogenrath: Fotograf Reinhard Zwilling wird 85

Reinhard Zwilling : Seine Fotografien sind Kunstwerke

Der leidenschaftliche Fotokünstler aus Herzogenrath Reinhard Zwilling wird 85 Jahre alt. Etliche Preise hat er mit seinem Gespür für Fotokompositionen bereits erhalten.

Jetzt wird er 85 Jahre alt und es stellt sich die Frage: Ein wenig kürzer treten? Ja ein wenig, aber er steckt noch immer voller neuer Ideen und Tatendrang. Treffen in der Gierlichsstraße mit Reinhard Zwilling, leidenschaftlicher Fotograf aus Herzogenrath.

Hier liegen in seinem Arbeitszimmer schon wieder Bilderrahmen und Fotomotive für seine nächste Ausstellung parat, die in der Galerie Bücken in Kohlscheid im November stattfinden soll. Obwohl seine Wiege nicht im Lande der Bockreiter stand, zählt er seit vielen Jahrzehnten zu dieser Gemeinschaft.

1956 kam er aus Blankenheim in die Rodastadt. In dieser Zeit ist Reinhard Zwilling mehr als nur ein Freund der Roda-Bürger geworden, sie betrachteten ihn vom ersten Tag an als einen der Ihren. Einer der Gründe war, dass er als ein freundlicher Postbeamter beim Postamt Herzogenrath, im Schalterdienst eingesetzt, stets hilfsbereit war und für jeden Kunden allzeit ein nettes Wort fand.

Vieles regelt er mit einem Schuss Humor. Dann hat sich Reinhard Zwilling auch als Hobbyfotograf einen Namen gemacht. Durch seine exzellenten Arbeiten wurde er weit über Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt. Seine Fotoarbeiten, die vielfach als absolute Kunstwerke bezeichnet werden, fanden Anerkennung durch zahlreiche Preise und Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Kenntnisse sowohl in der Technik der Fotografie, wie in der Ausarbeitung und Gestaltung veranlassten viele bedeutende Fotofirmen in Deutschland dazu, ihn um seinen Rat zu fragen.

Sie luden ihn sogar zu Besprechungen ein. Reinhard Zwilling hat einen Blick fürs Bild, für das Wesentliche, das zahlt sich vor allem bei seinen Aufnahmen in der Natur aus, seine absolute Stärke. Deutlich wurde das auch auf vielen Ausstellungen unter anderem  auf Burg Rode, dem Rathaus in Herzogenrath, der Wildenburg in der Eifel, Monschau, Mayschoß, Altenahr, Rolduc oder Schloss Zweibrüggen.

Besonders die Schwarzweiß-Fotografie begeistert ihn bis heute. „Es macht mir nach wie vor noch Spaß, in die Dunkelkammer zu gehen“ sagte Zwilling. Eine großartige Serie stellte er in den sogenannten „Rur Auen“ her. Er hat die Schweizer Alpenpässe überquert, aber auch in der Eifel oder im Selfkant fand er schöne Fotomotive. Ein schöner Erfolg war die Veröffentlichung eines Fotos im Jahreskalender der Landesregierung.

Sein Foto „Altarm der Rur“ bei Heinsberg-Kempen zierte den Titel des Monats März 2009. Ungezählten Anfängern gab er wertvolle Hilfeleistungen, sowohl als Privatmann oder als Dozent an der Herzogenrather Volkshochschule. Viele Jahre war er Leiter einer Foto AG in der Hauptschule Herzogenrath. Die digitale Umstellung, die hat der Jubilar bewusst nicht mitgemacht.

Er ist seiner Leica M 4-P aus den 70er Jahren treu geblieben, eine Sucherkamera mit Wechselobjektiv, analog mit Film. Noch heute stellt Reinhard Zwilling „schwarzweiss“ bis 30x40 cm Vergrößerungen in seinem Labor her. „Die Qualität ist einfach besser“, schmunzelt der Jubilar.

Bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf das Spiel zwischen Licht und Schatten, auf Konturen, Formen und die Bildkomposition. Die beiden „Farbextreme“ schwarz und weiß stehen dabei in einem besonders starken Kontrast zueinander und lassen oftmals deutlich einen gewissen Hauch Nostalgie mitschwingen.

An seinem Ehrentag, 18. Oktober, befindet sich der Jubilar mit seiner Frau Erika noch auf einer Urlaubsreise in die Schweiz, natürlich ist seine Kamera, wie eigentlich  immer, mit dabei.

Die Familienfeier findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. (fs)