Herzogenrath: Burg Rode hat neue Fensterscheiben erhalten

Burg Rode in Herzogenrath : Neuer Glanz durch neues Fensterglas

Auch eine gut 900 Jahre alte Burg muss von Zeit zur Zeit durch den TÜV. Das Wahrzeichen Herzogenraths hoch über dem Stadtkern hat in Sachen Energieeffizienz deswegen jetzt kräftig zugelegt.

Insgesamt 274 Scheiben wurden in über 70 Fenstern des stolzen Gemäuers ausgewechselt. Isolation, Modernisierung und Denkmalschutz – bei dem Mammutprojekt mussten verschiedenste Vorgaben beachtet und umgesetzt werden. Kurz nach Beginn des neuen Jahres konnten Stadt, Verwaltung, Kuratorium Burg Rode und die beauftragten Baufirmen die Maßnahme jetzt offiziell abschließen.

Zugig und frisch muss es auf einer alten Burg sein – dieser oft gehörte Spruch gehört in Roda der Vergangenheit an. Aber an den alten Fensterscheiben war nichts mehr zu machen. Einem trüben Belag auf den Außenseiten war selbst mit Chemie nicht mehr beizukommen, hatte unter anderem der Hausmeister der Burg dargelegt. Im August 2017 erteilte das Amt für Denkmalpflege im Rheinland die Genehmigung für eine Fenstersanierung – natürlich gemäß Denkmalschutzgesetz.

Nicht mehr zeitgemäß

Der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda, Bürgermeister Christoph von den Driesch, Daniel und André Kochs sowie Peter Busch (v.l.), Geschäftsführer des Burgkuratoriums, freuen sich über die erfolgreiche Fenstersanierung auf der Burg Rode. Foto: Yannick Longerich

Neben den optischen Mängeln war es vor allem unzureichende Wärmedämmung, die die Maßnahme unausweichlich machte. Die antiken Fensterrahmen nebst Dichtungen haben ihre Blütezeit in puncto Isolierung lange hinter sich. Ein kompletter Austausch kam jedoch wegen des Denkmalschutzes und aus ästhetischen Gründen nicht in Frage. „Wir wollten das historische Ambiente der Burg innen wie außen möglichst unberührt lassen“, sagt Peter Busch, Geschäftsführer des Kuratoriums Burg Rode.

58.000 Euro musste als städtischer Zuschuss aufgebracht werden. Eine Summe, die weit über das „übliche Maß an denkmalfördernden Kosten“ hinaus geht. Die Summe wäre weitaus höher ausgefallen ohne das Zutun einer örtlichen Fensterbaufirma. 274 Fensterglasscheiben wurden seitens des Unternehmens gesponsert. Die Chefs, Daniel und André Kochs, waren bei der feierlichen Präsentation dabei. „Unsere Firma hat gerne geholfen, unser wunderbares Stadtwahrzeichen fit für eine hoffentlich lange Zukunft zu machen“, erklärte Daniel Kochs. Der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda fügte hinzu: „Wir sind sehr dankbar für dieses großzügige Angebot.“

Da Kochs in der kunststoff- und glasverarbeitenden Branche beheimatet sind, überließ man die Arbeit an den antiken Holzrahmen Kollegen der Firma Wohn- und Raumkonzepte Mohr, ebenfalls aus Herzogenrath. In mühevoller Kleinarbeit und in enger Abstimmung mit den denkmalschützenden Behörden wurden Klemmleisten erneuert, Fenster verstärkt und Randverbünde aus Kunststoff hinzugefügt, die einer Kondensationsbildung vorbeugen sollen. Die bislang einfach-verglasten Fenster wurden so durch geringe Veränderungen auf isolierte, zweifachverglaste Fenster aufgerüstet.

Neben dem optisch ansehnlichen Ergebnis freuen sich Kuratorium und Stadt natürlich über die enormen Verbesserungen in Bezug auf Energieeffizienz und Schallschutz. Bürgermeister Christoph von den Driesch sprach den Firmen und dem Burgkuratorium besonderen Dank aus. Die problemlose Ausführung dieses umfangreichen Unterfangens habe gezeigt, welchen Stellenwert die Burg nach wie vor bei allen Herzogenrathern genießt.

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