Herzogenrath: Abbau der Leichtbauhalle auf dem Concordia-Sportplatz

Leichtbauhalle wird abgebaut : Bald kann Concordia wieder den ganzen Sportplatz nutzen

Sie war im April 2016 errichtet worden, um den seinerzeit noch zu erwartenden Flüchtlingszuweisungen gerecht werden zu können: die Leichtbauhalle auf dem Sportplatz von Concordia Merkstein an der Waidmühl. Jetzt ist sie leer und soll abgebaut werden.

Begonnen hatte alles im Sommer 2015, als die Bezirksregierung in Köln verfügte, dass unter anderem die Stadt Herzogenrath schnellstmöglich eine Erstaufnahmestelle für bis zu 150 Menschen einrichtet, um dem Strom der täglich im Land eintreffenden Flüchtlinge Herr zu werden. Nach eingehender Prüfung wurde seinerzeit die Turnhalle an der Waidmühl auch mit Unterstützung der Feuerwehr in kürzester Zeit für eine vorübergehende Unterbringung der hilfesuchenden Menschen umgerüstet. Auf dem Fußballplatz daneben wurde ergänzend ein Bierzelt zwecks Essensausgabe und als Zone für den Tagesaufenthalt aufgebaut. Hier wurden die Asylbewerber empfangen, durchliefen dann die Registrierung und die medizinische Untersuchung und erhielten danach Erstausstattungs-Pakete – Ehrenamtler aus der Pfarrgemeinde St. Willibrord hatten Duschlatschen, Zahnpasta und -bürsten sowie Papiertaschentücher zu Sets in Plastiktüten gepackt.

Die Verpflegung erfolgte im großen Festzelt, in dem Tische und Stühle sowie eine Ausgabestelle und ein Spültisch aufgebaut worden waren. Große Metallplatten und wasserabweisende Matten rings um die Zelte sorgten dafür, dass auch bei Regenwetter niemand durch Matsch laufen musste, der ansonsten durch die ganzen Behausungen getragen worden wäre. Auf Initiative der damaligen Piraten-Fraktion war das Bierzelt überdies mit Freifunk ausgestattet worden, damit die Flüchtlinge kostengünstig Kontakt zu ihren Verwandten halten konnten.

Hinweisschilder stehen noch: In kürzester Zeit hatte die Stadt Herzogenrath im Sommer 2015 an der Waidmühl für das Land eine Notunterkunft errichten müssen. Foto: Beatrix Oprée

Im April 2016 schließlich ließ die Stadt vor das Bierzelt eine Leichtbauhalle auf einer Grundfläche von 1200 Quadratmetern errichten, mit Fenstern, Heizungssystem, Sanitär- und weiteren Sekundärräumen. Ausgelegt war sie für 200 Personen, belegt wurde sie aber mit höchstens 100 Menschen, um keinen Stress unter den Bewohnern aufkommen zu lassen, wie der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda jetzt auf Anfrage unserer Zeitung erläutert. Mit 780.000 Euro brutto schlugen die Anschaffungskosten seinerzeit zu Buche.

Zu den Hochzeiten des Flüchtlingszustroms betrieb das Land NRW in Herzogenrath damals auch noch eine Notunterkunft in der städteregionalen Halle am Schulzentrum Bardenberger Straße. Zu vorübergehenden Unterbringungszwecken diente auch noch die Turnhalle am Stadion Geilenkirchener Straße.

Mittlerweile stellt sich die Situation des Zuzugs wesentlich entspannter dar. Migenda: „Alle Menschen, die der Stadt Herzogenrath zugewiesen wurden, konnten mittlerweile in Bestandsunterkünften – Wohnungen oder angemieteten Hotels – untergebracht werden.“ So konnte auch der Betrieb der Leichtbauhalle zuletzt aufgegeben werden, „da diese nun absehbar nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wurde“, so Migenda.

Eine verlässliche Prognose im Hinblick auf weitere zu erwartende Zuweisungen sei zwar „nicht beziehungsweise nur sehr schwer möglich“. Dennoch gehe die Stadtverwaltung davon aus, dass die Leichtbauhalle nunmehr vollständig abgebaut werden könne. Denn: „Kapazitäten zur weiteren Unterbringung von neu zugewiesenen Flüchtlingen stehen zur Verfügung.“

Mit dem Rückbau von Leichtbauhalle und Bierzelt soll im März begonnen werden. Beide Bauten sollen sorgfältig zerlegt und dann eingelagert werden. Dies geschehe im Wesentlichen durch Mitarbeiter des stadteigenen Technischen Betriebsamtes, so Migenda: „Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der Rückbau am effektivsten und wirtschaftlichsten abgewickelt werden kann.“ Ziel sei es, Mitte April den Sportplatz wieder komplett herzurichten und dem Spielbetrieb zu übergeben.

Mehr von Aachener Nachrichten