Baesweiler: „Heimatministerin“ Ina Scharrenbach schaut sich in Baesweiler um

Baesweiler : „Heimatministerin“ Ina Scharrenbach schaut sich in Baesweiler um

Was macht Heimat aus? Für Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU) gehört dazu natürlich das Brauchtum und aktuell die Frühkirmes. So war es am Montagmittag unumgänglich, dass die nordrhein-westfälische „Heimatministerin“ Ina Scharrenbach das Festzelt am Volkspark mit einer Abordnung aus dem Rathaus besuchte.

Die beiden Parteifreunde waren zwar nicht zu einem Tänzchen zu den Takten des gerade aus den Boxen dröhnenden Stücks „Moviestar“ zu bewegen, aber ein kleiner Plausch mit den Maipaaren und ein Glas Bier waren drin — trotz drückender Hitze im und auf dem Zelt.

Allerdings flossen nicht nur Schweiß und Gerstenkaltschale. Es ging auch um Geld, das zur Förderung von Projekten in Baesweiler bereits aus Düsseldorf geflossen ist und vor allem noch fließen soll. Denn Ministerin Scharrenbach ist nicht nur für Heimat(-gefühl) zuständig, sondern auch für Kommunales, Bau und Gleichstellung. Bürgermeister Linkens, der mit leitendem Verwaltungspersonal und Vertretern der Fraktionen länger mit Scharrenberg nicht-öffentlich sprach, sagte anschließend, es gehe beispielsweise um „Förderprogramme für dörfliches Leben“, das eben auch Heimat ausmacht.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte die Ministerin, im Sommer würden die Förderkriterien festgelegt. Ihr Ziel sei es, landesweit pro Jahr 1000 kleinere Projekte mit jeweils 2000 Euro zu fördern, zum Beispiel Aktivitäten von und für Kinder und Jugendliche. Unter dem Begriff „Heimatzeugnis“ gehe es um größere Vorhaben ab 100.000 Euro. Als Beispiel nannte sie das Vorhaben, Regionalgeschichtliches virtuell aufzubereiten und so der Nachwelt zu erhalten. Gedacht wird an die Einführung und Förderung eines „Heimatpreises“. Über die Vergabe vor Ort müsse jeweils der Stadt- beziehungsweise Gemeinderat beschließen.

Ministerielles Lob gab es für Baesweiler, weil sich „hier einiges abspielt, was den Menschen und dem Handel zugutekommt“. Scharrenberg sprach von einer „neuen Initiative“ in Abstimmung zum Beispiel mit den Industrie- und Handelskammern in Sachen Wohnen, Kultur, Handel und Leben in Innenstädten. Am 2. Juli wolle das Ministerium mit Spitzenverbänden überlegen, wie „Städtebauförderprogramme hierfür genau qualifiziert werden können“. Scharrenberg legt Wert auf Pragmatismus. Nicht so sehr das Schreiben von Papieren, sondern das Umsetzen von Ideen müsse im Mittelpunkt stehen.

Zu leidigen Leerständen und Gebäuden in privater Hand, die leider nicht hinreichend gepflegt werden, sagte die CDU-Politikerin: „Wir überlegen, Kommunen beim Ankauf solcher Objekte zu unterstützen.“

Scharrenbach legte nach: „Für die Weiterentwicklung von Kommunen brauchen wir mehr Wohnbaupotenzial und Gewerbeflächen.“ Entsprechende Eckpunkte habe das Land definiert, was bei Linkens zustimmendes und zugleich erwartungsvolles Nicken auslöste.

(-ks-)