Baesweiler: Heimatkarneval der besten Sorte

Baesweiler: Heimatkarneval der besten Sorte

Wenn Oidtweilers Frauen Ausgang haben . . . dann wird’s eine lange Nacht. Und eine schöne. Dass man davon auch noch zwei haben würde, wertete das karnevalistische Tamtam zusätzlich auf. Die Frauengemeinschaft St. Martinus Oidtweiler/Bettendorf feierte ihre Doppelsitzung erstmals im umgestalteten neuen Zuhause.

Da waren die Besucherinnen in der Mehrzweckhalle natürlich neugierig, wie die Gastgeberinnen gestimmt sind. Das Oidtweiler Frauenvölkchen zog mit seiner Jubiläumssitzung (40 Jahre) „An der Bahnhofstraße nachts um halb eins“ alle Register seines Könnens.

Und das nicht erst zu später Nachtstunde. Schon kurz nach acht ging es bei der von Marlies Mandelartz geleiteten Frauengemeinschaft ordentlich zur Sache. Gemeinsam mit Angelika Braun, sie steht der Karnevalsabteilung der Gemeinschaft vor („Ich bin ganz stolz auf meine Frauen“), hatten die „jecken Wievver“ äußerst fruchtbare närrische Saat ausgeworfen. So brauchte man nur noch zu ernten.

Ein jeckes Schmuckstückchen zur Frauenparty präsentierten die Weiber mit ihren Moderatorinnen Nicole Redemann und Claudia Vaaßen. Kess und sexy, wortgewandt und professionell: notentechnisch eine glatte „Zehn“ für die „Wortführerinnen“ der ausgelassenen Sitzung. Da standen alle, die zusätzlich auftraten, in keiner Weise nach. Einschließlich des Besuchs der Baesweiler Ehrengarde, die den Frauen „staatse Männer“ und wirbelnde Mariechen auftischte.

Danach punkteten beispielsweise die beiden neureichen Russinnen (Renate Printz und Melanie Hacking) in einem Spitzenprogramm, das in 18 Punkte aufgegliedert war und immer wieder schwere Beifallsstürme entfachte. Ob das die „Tanzmäuse“ mit ihrem Schlachtruf „Schaff die Männer ran“ oder die „Toten Hosen“ waren, oder als Angelika Zander — auch mittlerweile als Andrea Berg von Oidtweiler zu Ehren gekommen — die jecke Frauengesellschaft einstimmte. „Domina“, „Gazellen“, „Masseusen“, eine Vorstellung, wie man sich Männer in der Sauna bildlich ausmalt, die Auswahl war überaus üppig.

Ganz zum Schluss donnerte es durch den Saal: „Os Dörp es wunderschön“ in Form des „Oidtweiler Liedes“. Jahr 41 der Gemeinschaft hat einen fulminanten Einstieg genommen. Und nach dem rassigen Finale waren alle — Darsteller und Publikum — sicher: So „geht“ Heimatkarneval an der Bahnhofstraße: „Dinggelinggeling...“

(mas)
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