Alsdorf: Heidemarie Schwermer präsentiert neues Buch in der Stadtbücherei

Alsdorf: Heidemarie Schwermer präsentiert neues Buch in der Stadtbücherei

Ein Leben mit nur wenig Geld - das können sich an diesem Abend in der Alsdorfer Stadtbücherei am Denkmalplatz die meisten Zuhörer nicht vorstellen. Ein Leben ganz ohne Cent und Euro: Daran glaubt nur eine Frau, und zwar die, die im Mittelpunkt der Veranstaltung steht.

Heidemarie Schwermer praktiziert diesen sehr viel anderen Lebensstil seit 15 Jahren. Auf Einladung des Projekts „Frauen stärken, in und für Erwerbsarbeit” von Pfarre St. Castor und Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) einerseits und Stadtbücherei andererseits, kam die 70-Jährige nach Alsdorf, um ihr neues Buch „WunderWelt ohne Geld”, vor allem aber um die dahinterstehende Philosophie vorzustellen.

Christiane Kerber, Leiterin des Frauen-Projekts und mit Bibliotheksleiterin Angela Silberberg-Schön Ausrichterin dieser Veranstaltung, übernahm es in ihrer Begrüßung, die Autorin zu charakterisieren. Den Kontakt beschrieb sie als „wunderbar freundlich und offen” und stimmte der geldkritischen Haltung Schwermers durchaus zu: „Für unsere Klienten ist dieses Thema oft mit sehr viel Leiden verbunden.” Doch etwas Skepsis oder zumindest Pragmatismus schwang mit, als Kerber äußerte: „Ich glaube nicht, dass Ihre Idee für alle eine Lösung ist.”

Leben ohne festen Wohnsitz, aber immer mit einem Dach über dem Kopf: Im Denken und Handeln von Heidemarie Schwermer spielt der Tausch eine große Rolle. Wenn ihr jemand Obdach gewährt, revanchiert sich der Gast zum Dank mit einer Therapiestunde oder mit Gartenarbeit. Das alles bettet die ehemalige Lehrerin in ein spirituelles, wenn nicht gar esoterisches Gesamtgebäude ein. Ihre innere Stimme, der sie den Namen Nataha gegeben hat, lenkt sie dabei. Ihre Vision einer Gesellschaft: „Liebevolle Wesen, die sich wohlwollend unterstützen”.

Skeptische Nachfragen

Ihr neues Buch, zumindest die in Alsdorf vorgestellte Passage, beruht auf einem Dialog zwischen der Titelheldin Marie und ebenjener Nataha. Das Ergebnis aber ist nicht so sehr eine Geschichte aus dem tatsächlichen Leben (sondern eher noch über dieses), sondern als Dialog aufgezäumtes Traktat über das geldlose Leben. Dem sind die rund 50 Frauen und drei Männer in der Stadtbücherei auch konzentriert und nicht ohne Sympathie gefolgt. Aber es gab auch skeptische Anfragen an die Autorin, Zurückhaltung und Unglaube. Aber immer im Grunde war das Publikum dankbar - dankbar für den Entwurf einer anderen, geldlosen Welt.