Baesweiler: Hauptschulausbildung an der Realschule Baesweiler gesichert

Baesweiler : Hauptschulausbildung an der Realschule Baesweiler gesichert

„132 c“ ist keine Verschlüsselung eines Verkehrszeichens, sondern vielmehr ein Paragraf aus dem Schulgesetz des Landes NRW. Eine Korrektur und Umsetzung dieses Paragrafen haben positive Auswirkung für die Realschule Baesweiler, wie Schulleiter Jan Braun, Bürgermeister Dr. Willi Linkens und Schulamtsleiter Wolfgang Ohler jetzt darlegten.

Ein Antrag der CDU/FDP-Koalition im Düsseldorfer Landtag hat die Voraussetzungen dazu geschaffen. Die Landtagsfraktionen begründeten ihren Antrag unter anderem damit, dass „Eltern, Lehrkräften und Schulträgern Planungssicherheit gegeben werden muss“. Auch, um einen Hauptschulbildungsgang schon ab Klasse 5 an der Realschule zu ermöglichen. Bekanntlich ist die Lessing-Hauptschule vor Jahren in Baesweiler geschlossen worden und die Hauptschule Goetheschule läuft in zwei (Schul)Jahren aus. „Das ist von uns nicht gewollt“, sagt Bürgermeister Linkens. Und für die Einrichtung einer Gesamtschule — von SPD und Grünen in Baesweiler immer wieder gefordert — gebe es keine Genehmigung der Bezirksregierung.

Auch die Sekundarschule sei für Baesweiler kein Thema mehr. Die Einrichtung dieser von der ehemaligen rot-grünen Landesregierung eingeführten Schulform hatte in Baesweiler keine Akzeptanz gefunden. „Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass Sekundarschulen nur wenig Erfolg haben“, stellt Linkens ergänzend fest. Realschule und Gymnasium „arbeiten beide als weiterführende Schulen hervorragend zusammen“, stellte er heraus.

Das sei an den Schülerzahlen deutlich messbar. Waren es in 2013 noch 702 Schüler, so sei die Zahl im Schuljahr 17/18 auf 753 gestiegen. „Das sind annähernd 10 Prozent mehr“, freut sich Wolfgang Ohler. So ist zu verzeichnen, dass an der Realschule „durch das außerordentlich engagierte Lehrerkollegium gewährleistet wird, dass alle Schüler die Möglichkeit haben, den von ihnen angestrebten Schulabschluss zu erhalten“. Auf Basis der Gesetzesänderungen der Landesregierung und auf Initiative der Stadt Baesweiler und des Lehrerrates der Realschule Baesweiler stehen Änderungen zu Buche: Jan Braun zählte unter anderem auf, „die Einführung des Bildungsganges nach Paragraf 132 c des Schulgesetzes NRW ab Klasse 5 ist ebenso beschlossen wie die Aufhebung der Beschränkung der ,äußeren Differenzierung‘ auf ein Drittel der Stundentafel. Jetzt ist eine äußere Differenzierung bis zu 100 Prozent möglich.“

Will heißen, dass die Schüler in entsprechende Gruppen aufgeteilt werden können. Zudem freuen sich Schulträger und Lehrer über eine „dauerhafte Sicherung des Hauptschulbildungsganges an der Realschule“. Ohler: „Das ist eine Aufrechterhaltung eines leistungsfähigen Schulangebots vor Ort.“ Nicht zuletzt wolle man „die Nutzung aller Möglichkeiten zur besseren Ausgestaltung der Lehrerversorgung an der Realschule Baesweiler“. Zumal der Schulträger durch Erweiterung der räumlichen Möglichkeiten (u.a. neue Werkräume) den ausgezeichneten Ruf der Schule unterstreicht. Linkens: „Allen sei gedankt, die zu diesem Ruf unserer Realschule beigetragen haben.“

Und: „Wir lassen es nicht zu, wenn argumentiert wird, der Schulträger sei überfordert.“ Zuletzt war dies von Gesamtschulbefürwortern in Baesweiler geäußert worden.

(mas)
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