Glückskatze Lucy und Kater Moritz: Hauptsache, die Dosenöffner spuren

Glückskatze Lucy und Kater Moritz : Hauptsache, die Dosenöffner spuren

Am Donnerstag ist Internationaler Katzentag. Aha, wieder so ein durch und durch kommerzialisiertes Datum, auf dass Frauchen und Herrchen in den Laden laufen, um ihren Samtpfoten zusätzlich teure Bestechungsfresschen und -spielereien zu kaufen?

Sicherlich ist das eine Seite der Medaille. Die andere rückt allerdings das Tier, die Art, ins Bewusstsein der Menschen. Der Katzentag wurde vom International Fund for Animal Welfare ausgerufen und wird in Deutschland von der „TierTafel“ ausgerichtet. Anliegen ist, für artgerechte Tierhaltung zu werben und einen Beitrag zur Bekämpfung von Vernachlässigung und Misshandlung zu leisten.

Aber was hält die Zielgruppe Katzen vom Internationalen Katzentag und dem ganzen Rummel? Was treibt Katzen den lieben langen Tag um? Ganz im Sinne der Gleichstellung kommen hier eine Katze und ein Kater zu Wort: Lucy, alias Lucifer, eine astreine dreifarbige Glückskatze, und Moritz, ein ebenso attraktiver Vertreter seiner Spezies, der schon mal gerne den Gandalf, den Grauen gibt.

Beide leben übrigens im Haushalt der Naseweisen und des Naseweis. Sie wissen schon. Das sind die, die jeden Morgen auf der 1. Lokalseite in ihrer Kolumne unbedingt etwas zum Besten geben müssen, was ihnen und anderen so passiert ist. Hören wir doch mal rein, was die beiden so zu beschnurren haben...

Lucy: Ich finde es überflüssig, dass es den Internationalen Katzentag gibt. Ich stehe immer im Mittelpunkt. Denn ich bin etwas Besonderes: eine dreifarbige Glückskatze, eine Laune der Natur, also so selten wie ein vierblättriges Kleeblatt. Das ist nur möglich, weil ich als Katzendame über zwei X-Chromosomen verfüge, Du aber nur über eines. Und ansonsten fehlt Dir ohne Einiges im Oberstübchen.

Moritz: Klar, wenn Du mal nicht Dein Meerschweinchen-Fell in den Wind hängen kannst, bist Du nicht zufrieden. Pass auf, dass Du nicht in einem Pelzmantel verarbeitet wirst.

Kater Moritz zum Weltkatzentag am 8. August. Foto: Karl Stüber

Lucy: Du bist ja nur eifersüchtig, weil Du lappig-grau bist. Mit Deinem weißen Latz und den Pfoten siehst Du aus wie ein wandelnder Zebrastreifen. Du wirst ja nur deshalb nicht sofort überfahren, weil wir nicht raus dürfen.

Moritz: Du weißt, wir waren ja mal draußen, ausgesetzt von unseren ersten Dosenöffnern. Ein Glück, dass man uns gefunden hat. Im Tierheim wurden wir von Ungeziefer befreit, wieder aufgepäppelt und hierher vermittelt.

Lucy: Falls Du es vergessen haben solltest, dass Du mal ein Kater warst: Im Tierheim wurden wir außerdem kastriert. Toll! Von mir ganz zu schweigen.

Moritz: Mag sein, aber dadurch haben wir nicht mehr so großen Beziehungsstress. Und ob Du eine gute Katzenmutter geworden wärst, bezweifle ich, weil Du immer vor Deinem eigenen Spielgelbild rumhängst. Jetzt geht es nur noch um den besten Platz an der Futterschüssel und auf dem Katzenbaum.

Lucy: Wie Du Dich an unsere Menschen dabei ranschmeißt, ist ja schon widerlich. Ich stehe auf dem Standpunkt: Fütter mich, aber fass mich nicht an. Hauptsache, die Dosenöffner spuren.

Moritz: Und warum leckst Du unserem männlichen Diener morgens und abends die Füße?

Lucy: Ich will ihn nur bei der Stange halten. Wenn der mal nachrechnet, wie viel Geld wir ihn kosten, könnten wir wieder auf der Straße landen.

Moritz: Und wie teuer sind wir?

Lucy: Als ich unlängst auf einer Zeitung lag, konnte ich lesen, dass der Deutsche Tierschutzbund errechnet hat, eine Katze koste bei einer Lebensdauer von etwa 16 Jahren mindestens 11.450 Euro.

Moritz: Du hast doch zu lange auf der Heizung gelegen!

Lucy: Echt jetzt. Denk doch nur an die Anschaffungskosten (pro Nase 100 Euro fürs Tierheim), unsere Möblierung vom Napf übers Körbchen und den Kratzbaum, der bei uns eine Halbwertszeit von sechs Monaten hat. Dann das Futter, die Leckerlis, Spielzeug, die Tierarztbesuche und und und. Pro Samtpfote kommt man da auf den Preis eines Kleinwagens.

Moritz: Aber wir geben ja auch reichlich zurück. Frauchen und Herrchen schnurren immer,wenn sie sich mit uns befassen.

Lucy: Allerdings streiten sie sich auch schon mal wegen uns. Sie wirft ihm vor, uns zu viel zu fressen zu geben und nicht zu schimpfen, wenn wir wieder ein „Stehrümchen“ zertrümmert haben.

Moritz: Stimmt. Er hat mir nach der Zerstörung eines Glaskugel den Kopf gestreichelt, eine Knabberstange gegeben und gesagt, ich solle ruhig so weitermachen. Es stehe immer noch zu viel Deko-Kram herum. Allerdings kann er sich auch wehren. Jetzt hat sie ihm vorgeworfen, er würde nur rumliegen und daheim nichts machen. Er hat daraufhin gesagt, dass der Eindruck, er würde schlafen, trügt. Vielmehr beobachte er aufmerksam seine Umgebung und bewache das Haus, am liebsten an einem abwechslungsreichen Fensterplatz. Das hat er von uns gelernt.

An dieser Stelle blenden wir uns besser dezent aus. Klar ist geworden, dass man eine Katze nicht allein in einer Wohnung halten sollte, sonst käme Langeweile auf.

(-ks-)
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