Baesweiler: Harfenistin Olja Kaiser beeindruckt in der Krypta von St. Petrus

Baesweiler: Harfenistin Olja Kaiser beeindruckt in der Krypta von St. Petrus

In Dubai konzertiert sie ebenso wie in New York, in Moskau wie in Hongkong — und jetzt auch in Baesweiler: Die Harfenistin Olja Kaiser gehört zu der erlesenen Riege. Ihre virtuose Kunstfertigkeit ließ jetzt das Publikum bei Kryptakonzert unter der Pfarrkirche St. Petrus erstaunen.

Viel Erstaunliches hatte die Solistin auf ihrer Konzertharfe mit sieben Pedalen zu bieten. Bachs viel gehörtes „Ave Maria“ ließ sie so wirken, als habe der große Thomas Kantor sein Werk eigens für ihr Instrument geschrieben. Die Sonate des Händel-Zeitgenossen Giovanni Battista Pescetti gestaltete sie auf andere Weise eindrucksvoll, besonders den langsamen zweiten Satz, den sie im Sinne der „Lieder ohne Worte“ wie eine Arie ohne Libretto wirken ließ.

An Akzenten anderer Art fehlte es dabei ganz und gar nicht. Die blumige Romantik eines Pjotr Iljitsch Tschaikowskij war ebenso präsent wie die duftige Klangmalerei seines russischen Landsmanns Modest Mussorgskij. Mit Isaac Albéniz‘ „Córdoba“ holte die Virtuosin mit ihrem fein perlenden Spiel den ganzen Zauber des maurischen Südspanien in den Nordkreis.

Doch Olja Kaiser weiß ihre Kunst auch immer ganz anders zu präsentieren: Mit der Suite „Around The Clock“ von Pearl Chartok (1918-1981) zeigt sie ihr Gespür für Jazz und Artverwandtes.

Mit diesem Gastspiel hat sich Olja Kaiser als sehr komplette künstlerische Persönlichkeit präsentiert. Der Beifall der zahlreichen Zuhörer dokumentierte, wie sehr sie auch bei den Musikfreunden in Baesweiler im wahrsten Sinne Anklang gefunden hat.

(ch)