Großeinsatz der Feuerwehr in Alsdorf-Kellersberg

Wieder sieht es nach Brandstiftung aus : Im selben Haus erneut Kellerbrand

An Zufall glaubt da keiner mehr: Genau zwei Wochen nach einem ersten Kellerbrand in einem Wohnhaus am Englerthring ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag erneut Feuer in genau demselben Mietshaus ausgebrochen, nur in einer anderen Ecke...

Entsprechend war die Polizei mit einigen Kollegen im Einsatz und sicherte später den Bereich, in dem das Feuer ausgebrochen war, um die Ursache zu ermitteln. Aber auch in diesem Fall ist wohl von Brandstiftung auszugehen.

Wie Andreas Wolf, Pressesprecher der Alsdorfer Feuerwehr mitteilt, der sich nicht zur Brandursache äußerte, um den Ermittlungen der Kripo nicht vorzugreifen, hat dieser zweite Kellerbrand erneut einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst in Kellersberg ausgelöst. Gegen 0:59 Uhr rückten die Wehrleute zu einem gemeldeten „Feuer SOS“ zum Englerthring aus. Neben der hauptamtlichen Wache, waren alle verfügbaren Einheiten aller drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Alsdorf im Einsatz.

Auch Polizei und Notarzt waren im Einsatz. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen - erneut. Foto: Feuerwehr Alsdorf

Starke Rauchentwicklung

Bereits auf der Anfahrt der Einsatzkräfte war eine starke Rauchentwicklung aus der Ferne zu erkennen. Bei der Ankunft der ersten Feuerwehrleute bestätigte sich leider die gemeldete Einsatzlage: In einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 48 gemeldeten Mietern, war im Kellerbereich aus bisher ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. So wie vor zwei Wochen auch. Starker Rauch quoll aus der Hauseingangstüre und den Kellerfenstern. Sowohl auf der Vorderseite des Mehrfamilienhauses, als auch auf der Rückseite machte eine Vielzahl von Bewohnern aus geöffneten Fenstern auf sich aufmerksam, weil der Fluchtweg durch das Treppenhaus abgeschnitten war.

Einige Bewohner hatten bereits versucht, durch das Treppenhaus zu fliehen, wurden jedoch aus Sicherheitsgründen von der Feuerwehr zur Rückkehr in die Wohnungen gebeten. Aufgrund der vielen Personen, die sich noch im Gebäude aufhielten, wurde nach Rücksprache mit dem eingetroffenen Notarzt die Alarmierungsstufe auf „MANV1“ (Massenanfall an Verletzten Stufe 1) erhöht.

Zusätzlich zu den Alsdorfer Einheiten, wurde eine weitere Drehleiter aus Würselen, der Gerätewagen Atemschutz, sowie eine dritte Drehleiter aus Herzogenrath zur Einsatzstelle alarmiert. Neben den Kräften der Feuerwehr, rückte ein Großaufgebot an Einheiten des Rettungsdienstes, sowie der Kreisbrandmeister Thomas Sprank an. Zusammen mit dem Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes, trafen insgesamt vier weitere Notärzte und sechs zusätzliche Rettungswagen am Englerthring ein.

Sowohl an der vorderen, als auch an der hinteren Hauswand wurden Menschen mithilfe der Unterstützung aus Herzogenrath aus dem Gebäude gerettet. Foto: Feuerwehr Alsdorf

 Umgehend wurde die Menschenrettung eingeleitet. Hierfür wurden drei Einsatzabschnitte durch den Einsatzleiter, Stadtbrandinspektor Dirk Stoeckmann eingerichtet. Der Einsatzabschnitt 1 erstreckte sich rund um den vorderen Bereich des Mehrfamilienhauses. Hier wurde eine Person über die Drehleiter aus Würselen gerettet. Weitere Personen, die sich noch im Gebäude aufhielten, wurden durch Einheiten der Feuerwehr betreut. Im Einsatzabschnitt 2 – dem rückwärtigen Bereich des Mehrfamilienhauses – wurden insgesamt neun Personen über die zweite Drehleiter aus Alsdorf, sowie eine Person über eine Steckleiter gerettet.

Auch aus Herzogenrath eilte Tatkräftige Hilfe herbei. Mit einer Drehleiter konnten viele Menschen aus dem Gebäude gerettet werden. Foto: Feuerwehr Alsdorf

Sprungpolster installiert

Zusätzlich wurde zur Sicherheit ein Sprungpolster auf der Gebäudefront errichtet. Im Einsatzabschnitt 3 wurde eine Betreuungsstelle für alle evakuierten Bewohner durch den Rettungsdienst eingerichtet. Insgesamt wurden über 20 Personen durch die Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet.

Aufgrund der Vielzahl an evakuierten Bewohnern wurde ein Gelenkbus der Aseag zur Einsatzstelle geschickt. Die Alarmierungsstufe wurde erneut erhöht auf MANV2. Parallel zur Menschenrettung an beiden Gebäudeseiten, leiteten die Wehrleute einen umfassenden Löschangriff im Kellergeschoss ein. Der Brand war glücklicherweise schnell unter Kontrolle. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Nach einer Sichtung durch den Rettungsdienst wurde ein Transport in ein nahegelegenes Krankenhaus nicht mehr erforderlich. „Ihm geht es wieder gut“, versicherte am Sonntag Pressesprecher Wolf auf Nachfrage unserer Zeitung.

Sogar ein Bus der ASEAG-Flotte kam wurde eingesetzt um die aus dem Gebäude evakuierten Personen unterzubringen. Foto: Feuerwehr Alsdorf

Gegen 03:15 Uhr wurden insgesamt 27 Personen im abgestellten Linienbus durch den alarmierten Feuerwehrarzt gesichtet. Alle Personen wurden durch das Team des Rettungsdienstes gesichtet und untersucht. Alle evakuierten Bewohner blieben glücklicherweise unverletzt.

Nachdem alle drei Etagen des Mehrfamilienhauses von Brandrauch befreit und alle Wohnungseinheiten durch die Feuerwehr Alsdorf kontrolliert worden waren, konnten die Bewohner gegen 3:15 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Um 3:56 Uhr rückten die letzten Einsatzkräfte der Feuerwehr Alsdorf von der Einsatzstelle in Kellersberg ab. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Seitens der Feuerwehr können keine Angaben zur Brandursache oder zur Schadenshöhe gemacht werden. Bei dem Brand vor zwei Wochen hatte die Feuerwehr festgestellt, dass das Feuer an zwei Stellen ausgebrochen war. In diesem Falle hatte die Wehr noch Brandstiftung für wahrscheinlich gehalten. Beim ersten Brand waren drei Personen mit Rauchvergiftung ins Krankenhäuser gebracht worden. Eine Katze war noch aus dem Haus gerettet worden, kollabierte dann aber und starb noch am Einsatzort.

Insgesamt wurden über 20 Personen durch die Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet. Foto: Feuerwehr Alsdorf
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