Herzogenrath/Kerkrade: Grenzstraße wird mit „Geocaching“ zur digitalen Fundgrube

Herzogenrath/Kerkrade : Grenzstraße wird mit „Geocaching“ zur digitalen Fundgrube

Wer meint, dass Multi-Media-Unterhaltung und das Spielen an der frischen Luft unter keinen Umständen zusammenpassen, der sieht sich getäuscht. Die historische Verbundenheit zwischen den Bürgern von Herzogenrath und Kerkrade muss nun nicht mehr nur in staubigen Büchern nachgeschlagen werden.

Mittels „Geocaching“ hat der Zweckverband Eurode ein Projekt entwickelt, um Erzählungen und Geschichte auf moderne Art zu erhalten.

Die Schüler der Herzogenrather Regenbogenschule und der Ursulaschule aus Kerkrade können es kaum erwarten: Sie beginnen als erste mit der „Schnitzeljagd“. Foto: Yannick Longerich

Die Neustraße/Nieuwstraat direkt an der Grenze ist in den vergangenen Wochen mit einer Sammlung von Verstecken für die „digitale Schnitzeljagd“ präpariert worden. Verschiedene, wasserdichte Behälter — sogenannte „Caches“ — wurden an wichtigen Stellen versteckt oder vergraben.

Anhand der geografischen Koordinaten können die Suchenden via GPS die Stellen ausfindig machen. Das Handy wird somit zum Kompass. Das Geocaching hat sich in den vergangenen Jahren zu einem weltweiten Trend entwickelt. Eine eigene, kostenlose App gibt es seit geraumer Zeit.

Die gefundenen Verstecke erzählen den Findern dann spannende Geschichten aus der Vergangenheit. Ein Logbuch dokumentiert jeden Finder. Mittels dreier historischer Landkarten und Fotowände erhalten die Abenteuer einen Einblick in interessante Momente aus der Geschichte der Neustraße.

Gelungener Auftakt

Natürlich haben die Planer bei der Auswahl der Verstecke die Verkehrssicherheit der jungen Schatzsucher an oberste Stelle gesetzt. Alle Caches sind so versteckt, dass Kinder sie eigenständig suchen und finden können.

Zum Projektstart zeigte sich Eurode-Vorstandsmitglied Tim Weijers hoch zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf: Der Zweckverband Eurode hat nach einer interessanten Möglichkeit gesucht, die Geschichte der Neustraße einer Generation näher zu bringen, die ohne Grenzen aufgewachsen ist.“ Auf einen direkten Vergleich zum Pokémon-Go-Trend der letzten Jahre verzichten die Verantwortlichen und auch auf das Geo-Caching selbst.

Der Bildungsaspekt sei bei dem Eurodeprojekt deutlich höher ausgeprägt. Probleme könnte dem Projekt der Vandalismus bereiten. Manchmal würden die Caches aber auch für Müll gehalten und entsorgt werden. Die Neubeschaffung kostet zusätzliches Geld. Wer einen Cache findet, soll ihn so hinterlassen, dass andere ihn weiter finden können.

Die Schüler der Herzogenrather Regenbogenschule und der Ursulaschule aus Kerkrade haben den Anfang gemacht und in kleinen Gruppen die „Eurode-Münzen“ in den Behältern aufgespürt. Eine knappe Stunde dauerte der „Goldrausch“ an. Die letzte digitale Schnitzeljagd war es für die Schüler definitiv nicht.

(yl)
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