Baesweiler: Glasfaser: Chance auf Ausbau bleibt erhalten

Baesweiler: Glasfaser: Chance auf Ausbau bleibt erhalten

Nein, die Quote ist noch nicht erreicht. Noch nicht einmal so ungefähr. Aus 40 Prozent der Haushalte in Loverich-Floverich, Puffendorf und Beggendorf hätten eigentlich bis zum Stichtag am Donnerstag Verträge vorliegen müssen, damit das Unternehmen Deutsche Glasfaser mit dem Ausbau eines Glasfaser-Netzes beginnt. Eigentlich.

Denn verwirkt scheint die Chance nicht zu sein, wie jetzt bei einem neuerlichen Infoabend auf den letzten Drücker deutlich wurde. Noch einmal trommelte das Unternehmen in Person des für den Ausbau in NRW zuständigen Chefs Marco Westenberg für den Ausbau. So groß wie bei den ersten Veranstaltungen vor einigen Monaten war die Resonanz in der Lovericher Gemeinschaftshalle allerdings nicht.

Auf Nachzügler bauen

Nur an die 30 Teilnehmer aus allen vier Dörfern waren es diesmal. Immerhin saß „Potenzial“ auf den Stühlen, denn auf Westenbergs Frage, wer den Vertrag noch nicht unterschrieben habe, gingen einige Hände in die Höhe. Auf die Nachzügler baut das Unternehmen ganz offenbar, selbst wenn die aktuellen Zahlen ganz nüchtern betrachtet wenig Aussicht verheißen: In Beggendorf lag die Quote am Infoabend bei 24 Prozent, in Puffendorf bei 30 Prozent, in Floverich bei 28 Prozent, und Loverich hinkt mit gerade mal 15 Prozent deutlich hinterher.

Anders ausgedrückt: In Beggendorf müssten noch 99 Unterschriften geleistet werden, in Puffendorf 16, in Floverich 19 und in Loverich 119. Zu viele, um es noch zu schaffen? Das sah Westenberg gelassen. „Rein theoretisch sieht es schlecht aus. Aber wir werden mit dem Ausbau in Geilenkirchen noch eine Weile zu tun haben, und bleiben also in der Nähe.“ Deshalb gibt es einen Aufschub. Noch zwei Wochen lang werde man auf weitere Verträge warten.

Ob es am Ende tatsächlich die 40 Prozent sein müssen, ließ Westenberg offen. „Kommen noch ein paar Prozentzahlen rein, dann werden wir bauen.“ Offenbar spekuliert man darauf, weitere Interessenten einzusammeln, wenn die Bautrupps erst einmal in den Straßen unterwegs sind. Fest steht jedoch, dass noch ein paar Abschlüsse nötig sind. Westenberg: „Wenn jetzt nichts mehr kommt, dann wird das auch nichts.“

Bürgermeister appelliert

Auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens appellierte noch einmal, diese „einmalige Chance“ zu nutzen. Denn frühere Versuche seitens der Stadt, ein Unternehmen für den Ausbau zu gewinnen, seien ergebnislos geblieben. Wird es jetzt nichts mit der Deutschen Glasfaser, dann sieht es auf längere Sicht mau aus. Ganz aus dem Blick will das Unternehmen den Nordkreis aber selbst in diesem Fall wohl nicht verlieren, wie bei dem Abend deutlich wurde.

In einem Sechs-Jahres-Plan für den Ausbau taucht auch Alsdorf auf, ließ Westenberg in einem Nebensatz fallen. Und auch Baesweiler insgesamt sei interessant. Aber da werde man wohl erst in vier Jahren wieder anklopfen können. Bleibt unterm Strich weiterhin die Chance auf einen Frühstart für die Dörfer am Stadtrand — oder der Beginn eines längeren Wartens auf die flottere Internetverbindung.

Mehr von Aachener Nachrichten