Alsdorf: Ginsterberg wird zum Neubaugebiet

Alsdorf: Ginsterberg wird zum Neubaugebiet

Schön ist es an der Ecke Osterfeldstraße/Am Ginsterberg. Der Blick der Anwohner streift einen idyllisch gelegenen Kinderspielplatz und eine riesige Pappel (laut Angaben der Verwaltung). Eine große Grünfläche öffnet sich dem Betrachter, die mit Sträuchern und Bäumen umrandet ist. Spaziergänger nutzen gerne einen Wirtschaftsweg.

Das Areal ist ein Kleinod am Rande der Broicher Siedlung. Mit dieser Idylle ist es aber bald vorbei, denn Bagger werden anrücken, um die Voraussetzungen zu schaffen für Einzelhaus- und Doppelhaushälften. Zudem sollen zwei Mehrfamilienhäuser für Senioren und „generationenübergreifendes Wohnen“ mit maximal vier Wohneinheiten entstehen. Maximal 22 Bauten sind vorgesehen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung beschloss jetzt, den Geltungsbereich des Bebauungsplans „Am Ginsterberg“ entsprechend zu erweitern. Die Rede ist von „Arrondierung“ der Broicher Siedlung. Es gelte, „in attraktiver Lage Wohnungsgrundstücke“ anzubieten, „die insbesondere der Eigentumsbildung junger Familien dienen“. Der Überalterung soll entgegengewirkt werden.

Man wird sehen, wer dort wirklich Häuser errichtet. Die Gesetze des Marktes werden das wohl richten. Der Stadt entstehen jedenfalls bei der Erschließung keine Kosten. Es geht um eine Fläche von insgesamt 1,4 Hektar. Ein „Erschließungsträger“ soll zum Zuge kommen. Das Baugebiet wird über eine „hakenförmige“ und mit einer Wendeanlage abgeschlossenen Stichstraße anzufahren sein. Der vorhandene Wirtschaftsweg wird nicht zur Erschließung genutzt, war im Fachausschuss seitens der Verwaltung versichert worden.

Manfred Held (SPD), lange Jahre Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Broicher Siedlung, sagte angesichts des Projekts: „Ich will die Lebensqualität der jetzigen Siedler schützen“. Er sorgt sich, dass das Gemeinschaftshaus mit Blick auf den Schallschutz gefährdet sein könnte. Ausschussvorsitzender Heinrich Plum (SPD) sagte: „Die Halle wollen wir alle nicht verlieren.“ Renate Schaal, Fachgebietsleiterin Bauleitplanung, gab hier Entwarnung. Ein schalltechnisches Gutachten belege, dass es keine Probleme geben wird. „Die neuen Häuser sind weit genug entfernt.“

Bei einigen der „Sahne-Grundstücke“ gibt es aber eine Einschränkung. „Der Bereich der ehemaligen Kiesgrube ist aufgrund des unbekannten Verfüllungsmaterials im Altlasten-Kataster der Städteregion Aachen ... als Altlasten-Verdachtsfläche eingetragen“, hieß es seitens der Verwaltung. Zwar hätten Untersuchungen eines Büros für Ingenieur- und Hydrologie keine Hinweise auf tatsächlich vorhandene Altlasten ergeben.

Allerdings sei der Baugrund im Bereich der alten Kiesgrube „inhomogen“. Die Auffüllungen sind „als Gründungsböden ohne Zusatzmaßnahmen nicht geeignet.“ Das auszugleichen, ist aber Aufgabe des jeweiligen Bauherren, hieß es.

Eigentlich ist gemäß Paragraph 13 a des Baugesetzbuches eine Bürgerinformationsversammlung nicht zwingend vorgeschrieben. Aber im Falle des Bebauungsplans Am Ginsterberg weicht die Verwaltung vom Verfahren ab und kommt den Anwohnern mit einer Bürgerinformationsveranstaltung entgegen. Diese soll nach Angaben des Bereichs Bauleitplanung voraussichtlich am Dienstag, 17. Juni, in der Grundschule Broicher Siedlung stattfinden. Näheres wird noch festgelegt.