Würselen: Gezielte Förderung für kleine Forscher

Würselen: Gezielte Förderung für kleine Forscher

Große Spannung herrscht in der „Maulwurfgruppe”. Der Start einer „Teebeutelrakete” wurde von der Kindergärtnerin in der „Villa Regenbogen” angekündigt.

Das spannende Experiment, bei dem ein angezündeter Teebeutel wie ein Heißluftballon hoch in den Himmel fliegt und die Aschereste nach dem Erkalten der Luft wieder absinken, ist Teil des naturwissenschaftlichen Angebots der DRK-Kindertagesstätte am Mauerfeldchen. Versuche mit Teebeutelraketen, Taucherglocken und vielem mehr gehören hier zum abwechslungsreichen Alltag.

Als erste Einrichtung des DRK-Kreisverbandes Aachen wurde die Kita jetzt als „Haus der kleinen Forscher” ausgezeichnet. Seit 2008 ist die Würselener Einrichtung Mitglied des Netzwerks der Stiftung „Haus der kleinen Forscher”. Die Stiftung gründete sich auf Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, der Unternehmensberatung McKinsey & Company, der Siemens-Stiftung und der Dietmar-Hopp-Stiftung. Gefördert werden die Netzwerkmitglieder vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Phänomene des Alltags

Claudia Fockenberg, Trainerin für die „kleinen Forscher” beim DRK-Landesverband, hatte die Mitarbeiter und die Kinder in den vergangenen Jahren auf ihrem Weg zum Forscherhaus begleitet.

„Die Zertifizierung besagt, dass in dieser Kita regelmäßig mit den Kindern experimentiert wird und naturwissenschaftliche Fragestellungen fest im Angebot eingebunden sind”, erklärt Fockenberg. Was auch DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns freut: „Die Kita wird aufgrund ihres hervorragenden Engagements bei der Förderung frühkindlicher Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik ausgezeichnet.”

Experimente zu Themen wie Luft, Wasser oder Gas kommen bei den Mädchen und Jungen super an. Einmal pro Woche treffen sich zehn Kinder ab vier Jahren zum gruppenübergreifenden Forschungslabor. „Die Kinder lernen dabei spielerisch durch Beobachtung und Durchführung von Experimenten, welche naturwissenschaftlichen Phänomene ihren Alltag bestimmen. Das macht uns allen riesigen Spaß”, so Kita-Leiterin Andrea Graf. Ein von der Stiftung finanzierter Forscherkoffer enthält alle Utensilien, die man zum Experimentieren braucht. Um die Nachwuchsforscher entsprechend betreuen zu können, werden die beiden Erzieherinnen Andrea Faßbender und Elfi Müller regelmäßig fortgebildet.

„Schon immer war es unser Wunsch, in allen DRK-Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Bildung Mädchen und Jungen ihren Begabungen nach gezielt zu fördern, sei es nun im musikalischen, sportlichen oder eben naturwissenschaftlichen Bereich. Mit dem Forscher-Konzept wollen wir dem großen Wissensdrang unserer Schützlinge nachkommen und gleichzeitig ihr Interesse wecken”, betonte Timmermanns. Neben der wichtigen Integrationsarbeit und dem Englischangebot, das es seit 2004 für alle Vorschulkinder einmal wöchentlich gibt, bildet das Forschen einen neuen Schwerpunkt.

Zur Auszeichnung gehören eine Urkunde und eine Wandtafel, die ab sofort am Eingang angebracht ist. So können Besucher und interessierte Eltern auf einen Blick sehen, welch großer Wert auf eine vielseitige Erziehung gelegt wird.

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