Gesundheitsforum Alsdorf Borreliose

mha-Gesundheitsforum : Die Gefahren der Borreliose

Wissenswertes erfuhren die Gäste beim 32. mha-Gesundheitsforum unter der Federführung des Fördervereins Katholische Stiftung Marienhospital Aachen. Einmal mehr bot die Stiftung mit Initiatorin Brigitte Hinkelmann und dem stellvertretenden Vorsitzenden Rolf Leonhard Haugrund in den Seminarräumen der Stadthalle Alsdorf ein spannendes Thema: „Borreliose. Die Gefahr lauert im Garten“.

Zum Abschluss gab es noch einen aufmunternden Rat: „Lassen Sie sich trotzdem nicht davon abhalten, im Garten die Ostereier zu suchen.“ Dr. Julia Hepp, Hautärztin aus Aachen, packt aber gleich noch eine Mahnung hinzu: „Schauen Sie aber danach genau hin, ob Sie oder Ihre Kinder irgendwo am Körper eine Zecke haben, die Sie gestochen hat.“ Bei Kindern und jungen Jugendlichen sollte man besonders am Kopf genau hinsehen, bei Erwachsenen in Körperfalten und nicht ganz so offensichtlichen Stellen. Spüren tut man in der Regel nichts, wenn die Zecke sticht, daher ist visuelle Kontrolle gefragt. Und ja, richtig: Zecken beißen nicht nur, sie stechen vor allen Dingen, was die kleinen Biester, die so überflüssig sind wie ein Furunkel am Allerwertesten, so gefährlich macht. Dies und Vieles mehr erfuhren die Gäste beim 32. mha-Gesundheitsforum unter der Federführung des Fördervereins Katholische Stiftung Marienhospital Aachen. Einmal mehr bot die Stiftung mit Initiatorin Brigitte Hinkelmann und dem stellvertretenden Vorsitzenden Rolf Leonhard Haugrund in den Seminarräumen der Stadthalle Alsdorf ein spannendes Thema: „Borreliose. Die Gefahr lauert im Garten“. Und ein äußerst aktuelles zudem, denn: „Zecken sind fast ganzjährig aktiv, in der Regel aber besonders von Februar bis Oktober“, erklärte Dr. Julia Hepp. Und auch wie es zur Borreliose, einer Bakterien-Infektion, kommt. Bis zu 200 000 dieser Infektionen gibt es jährlich in Deutschland. „Die Zecke beißt in die Haut und reißt sie mit dem Kiefer sozusagen auf. Im Mund hat sie einen Stachel, einen Stechrüssel, mit dem sie das Blut saugt. Über den Speichel der Zecke werden die krank machenden Bakterien in das menschliche Blut übertragen.“ Dieser Vorgang dauert nur ein bis zwei Stunden. Aber ist das Insekt erfolgreich, saugt es munter ein paar Tage drauf los, bis es satt ist. „Daher sollte die Zecke schnell entfernt werden, wenn man sie entdeckt.“ Geschieht dies nicht, kann es zur besagten Borreliose kommen. Diese kann sehr facettenreich sein. Viele Menschen mit Borreliose zeigen anfangs gar keine Beschwerden. Bei anderen entwickelt sich an der Zeckenbissstelle eine Hautrötung, die langsam wächst (Wanderröte). Hinzu können grippale Beschwerden auftreten wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Im weiteren Verlauf können sich die Borrelien über das Blut im Körper verteilen und verschiedene Organe befallen. Entsprechende Symptome treten erst Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss auf: Oftmals greift die Infektion auch auf das Nervensystem über. Dann entwickelt sich eine akute Neuroborreliose. „Aber“, beruhigt Hautärztin Dr. Hepp, „man erkrankt nicht unbedingt. Lediglich 0,3 bis 1,4 Prozent der Gestochenen wird gesundheitlich beeinträchtigt.“ Weniger beruhigend ist allerdings die Aussicht, dass die Borreliose noch Monate oder gar Jahre später nach dem Stich mit verschiedenen Beschwerden zuschlagen kann. Dies könnten etwa Entzündungen der Gelenke oder der Haut sein. Möglich sei auch eine chronische Borreliose des zentralen Nervensystems. Hier könne zunächst der Hausarzt genauer diagnostizieren und die Behandlung in die Wege leiten

„Eine früh erkannte Borreliose kann aber ganz gut mit einem Antibiotikum behandelt werden“, beruhigte Dr. Julia Hepp. Damit es erst gar nicht zu Zeckenstichen kommt, hatte sie auch Tipps zur Hand, etwa bedeckende helle Kleidung zu tragen oder sich mit entsprechenden Mitteln einzureiben oder zu besprühen, bei denen den Zecken der Stachel „im Halse stecken bleibt“. . Ansonsten sollte das Insekt schnellstens entfernt und ohne Hautkontakt durch ein kräftiges Quetschen der Garaus gemacht werden.

(hob)
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