Italienische Partnerschaft: Gerd Römers Riesenradtour: 1400 Kilometer nach Campagnatico

Italienische Partnerschaft : Gerd Römers Riesenradtour: 1400 Kilometer nach Campagnatico

1400 Kilometer hat Gerd Römer auf seinem Fahrrad zurückgelegt, bis in Würselens italienische Partnerstadt Campagnatico. Er fuhr die Strecke für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), eine gemeinnützige Einrichtung zur Bekämpfung von Blutkrebs. Insgesamt kam so durch seine Sponsoren ein Spendenbetrag von 7000 Euro zusammen.

Nach seiner Rückkehr wurde er am Sonntag im Sängerheim in Aachen-Haaren von seiner Familie, Sponsoren und Hans-Josef Bülles, stellvertretender Bürgermeister Würselens und Vorsitzender der Freundesgesellschaft Würselen-Campagnatico, empfangen.

„Ihr habt Großes geleistet“, bedankte sich Römer besonders bei seinem Begleitteam. Hans Jansen und Helmut Ahn planten mit Römer die Strecke und betreuten ihn unterwegs im Begleitauto.

Zugunsten der DKMS

Ende August war Römer in Würselen zu seiner DKMS-Tour aufgebrochen, die ihn durch vier Länder und einige Schwierigkeiten führen sollte (wir berichteten über die Etappen).Trotz hervorragender Planung erklärte Römer bei seiner Ankunft im Sängerheim: „Jeder Tag war eine Herausforderung!“

Eine der größten Schwierigkeiten war wohl die Passage des Gotthardmassivs in den Schweizer Alpen. Bei unangenehmen sechs Grad Celsius kämpfte sich Römer wacker über den Bergpass, um anschließend mit bis zu 89 Kilometern pro Stunde ins Tal zu rauschen.

„Zum Glück ist alles gut gegangen“, sagte auch Bülles erleichtert zu den teils waghalsigen Etappen des früheren Radrennfahrers Römer. Dieser mochte seine eigene unglaubliche Leistung nicht so ganz wahrhaben, verwies er am Sonntag doch immer wieder auf sein Team. „Alles steht und fällt mit den Sponsoren“, unterstrich Römer und nahm dabei auch Bezug auf einige Probleme hinsichtlich der Unterbringungs- und Materialkosten. Aber auch da wurde ihm unterschiedlichste Hilfe zuteil. Zum Beispiel traf Römer in der Schweiz auf eine Familie, die ihre Tochter durch Leukämie verloren hatte und ihn unbedingt finanziell unterstützen wollte.

Das Highlight seiner Spendentour sei natürlich der „wahnsinnige Empfang“ in der Partnerstadt Campagnatico gewesen, sagte Römer. Dort war er am Samstagabend von Hunderten Menschen und dem Bürgermeister der Stadt für seine Leistung gefeiert worden.

„Es war einfach Abenteuer pur“, betonte Römer, der nach den Strapazen der vergangenen zehn Tage und einer Heimfahrt, die um drei Uhr morgens begonnen hatte, ausgesprochen entspannt aussah. Er war so vom guten Geist der Sache vereinnahmt, dass jeglicher Stress an ihm abzuperlen schien.

Und als sei seine sportliche Leistung nicht Freude genug, machte er seiner Freundin vor versammelter Menge am Sonntagabend noch einen spontanen Heiratsantrag. Antwort: ja. Mehr Glück kann eine Fahrradtour wohl nicht bringen.