Würselen: Geplanter Fernradwanderweg wirft in Würselen viele Fragen auf

Würselen: Geplanter Fernradwanderweg wirft in Würselen viele Fragen auf

Gemeinsam mit dem Kreis Düren plant die Städteregion Aachen den Ausbau eines Premium-Radwegs auf der ehemaligen Bahntrasse von Aachen nach Jülich. Er soll den Anforderungen von radtouristischen Qualitätsfernrad-Wanderwegen beziehungsweise Bahntrassenrad-Wanderwegen entsprochen werden.

Eingebunden soll er in das überregionale Radverkehrsnetz und verknüpft werden mit anderen hochwertigen touristischen Themenrouten. Zielgruppen sollen sowohl der Alltagsradverkehr als auch Freizeitradler sein. Vorgestellt wurde das Projekt im Stadtentwicklungsausschusses durch den Sachbearbeiter in der Städteregion, Hubert Philippengracht, und den Verkehrsplaner Ralf Kaulen, der im Auftrag der Städteregion eine Machbarkeitsstudie erstellt sowie Standards für den Ausbau und die Ausstattung erarbeitet hat.

Klimafreundliche Mobilität

Kaulen veranschaulichte dabei, „dass Förderung des Radtourismus auch Förderung der Wirtschaft in der Region beinhaltet”. Außerdem solle die Radroute Aachen-Jülich zum Umsteigen vom Auto aufs Fahrrad beitragen sowie eine schadstofffreie und klimafreundliche Mobilität fördern. Kaulen: „Vor dem Hintergrund steigender Treibstoffpreise gewinnt das Fahrrad als preiswertes Verkehrsmittel an Bedeutung.” Der neue Radweg soll überwiegend in Asphalt angelegt werden. Plätze zum Verschnaufen hat der Planer vorgesehen, zwei davon auf Würselener Stadtgebiet, einmal in der Nähe des Stadtgartens und zum anderen am Bahnhof.

Radfahrer sollen auf acht aufgestellten Tafeln Informationen vor Ort erhalten. 2013 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ein erster Finanzierungsantrag ist bereits beim Regierungspräsidenten gestellt worden. Philippengracht geht davon aus, dass 75 Prozent der Kosten, die er noch nicht exakt beziffern konnte, vom Land übernommen werden. Die restlichen 25 Prozent wird die Städteregion tragen. Wie bei der Unterhaltung die betroffenen Städte zur Kasse gebeten werden können, darüber werde sich die Städteregion noch mit ihnen unterhalten müssen. Im Herbst sollen die Pläne für die einzelnen Ausbaustufen präsentiert werden.

Während SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix das Projekt allgemein begrüßte, setzte sich CDU-Sprecher Balthasar Tirtey („Wir können uns ihm nicht verschließen.”) eher kritisch mit dem Vorhaben auseinander. Vorab monierte er, dass die Stadt Würselen erst jetzt darüber informiert werde, wo sie doch über die Umlage an der Umsetzung finanziell beteiligt werde. Er fragte nach, was mit der vor einigen Jahren im Euchener Feld angelegten Bengeshecke passieren soll und wie der Radweg mit der Trasse der Euregionbahn überein gebracht werden könne. „Wir haben kein Geld für die Sanierung der Straßen, sollen aber jetzt in einen Radweg investieren”, ließ er Volkes Stimme zu Wort kommen.

Wie künftig die Unterhaltung finanziert werden solle, sorgte sich auch der UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich. „Wir dürfen der KDW keine Folgekosten aufs Auge drücken”, mahnte FPD-Sprecher Markus Carduck. Obwohl das Projekt den Vorstellungen der Bündnisgrünen entsprach, machte auch deren Sprecher Wolfgang Wetzstein ein dickes Fragezeichen hinter die Finanzierbarkeit. Dass der Radweg, wenn er denn komme, auch behindertengerecht angelegt wird, dafür machte sich der zuständige Beauftragte Dieter Schöner stark.

Euregiobahn-Strecke gesichert

Auf Scherberichs Frage, wo der Radweg zwischen Markt und Bahnhof verlaufen soll, räumte Philippengracht ein, dass die Umsetzung in diesem Bereich nicht leicht falle. Für erste Maßnahmen - es muss Grunderwerb getätigt werden - habe der Bauausschuss der Städteregion 1,3 Millionen Euro bereit gestellt. In Bezug auf die Euregiobahn: „Die Strecke ist gesichert für mindestens 20 Jahre.” Verkehrsplaner Kaulen war zuversichtlich, dass Radweg und Trasse der Bahn unter einen Hut gebracht werden könnten. Denn: „Wir brauchen einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr genauso wie einen guten Fahrradverkehr.” Er wisse um die Komplexität des Nadelöhrs Wilhelmstraße und werde nach den Sommerferien Vorschläge unterbreiten.

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