Herzogenrath: Gabriele Rickes stellt Kunst aus recyceltem Material her

Herzogenrath: Gabriele Rickes stellt Kunst aus recyceltem Material her

Von Sylt bis New York holt sich Künstlerin Gabriele Rickes Anregungen für ihre Werke. Im Herzogenrather Rathausfoyer präsentiert sie jetzt ihre zweite Ausstellung unter dem Titel „Upcycling: From Trash to Treasure“.

Kleine Figuren aus recyceltem Material hat die kreative und äußerst reiselustige Frau aus Spanien mitgebracht. „Kenianische Künstler bieten sie dort an und verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Mich haben die Figürchen zu vielen Werken inspiriert“, erzählt Rickes. Sie fertigt Drucke, näht auf dem Papier, bearbeitet es farblich, zieht Konturen nach und baut von aus Draht handgefertigte Figuren mit in die Szenerie ein.

Künstlerische Renaissance

Gemalt hat sie schon ihr Leben lang gerne. Zwischenzeitlich unterbrach sie für einige Zeit ihre künstlerischen Aktivitäten. Sie studierte Architektur in Düsseldorf, war im Vertrieb verschiedener Branchen tätig und steht ihrem Ehemann bei der Arbeit im eigenen Architekturbüro in Titz zur Seite. Vor acht Jahren kam dann ihre künstlerische Renaissance. Bei mehreren Kunstkursen in der Bleiberger Fabrik in Aachen verfeinerte sie in den vergangenen Jahren ihre Technik bei den Künstlern Edward Zworka, Vera Sous und Achim Willems.

In dieser Zeit entdeckte sie ihre besondere Leidenschaft zur Malerei wieder und widmet sich ihr bis heute sehr intensiv, zuletzt seit zwei Jahren der Drucktechnik. Ihre Werke sind eigenwillig, wie sie selbst bestätigt. Eine Auswahl ihrer Malerei zeigte sie bereits bei ihrer allerersten Ausstellung in Geilenkirchen.

Bei der Eröffnung der zweiten Ausstellung übernahm Sibylle Keupen, Leiterin der Aachener Kunstschule Bleiberger Fabrik, die Einführung. „Als Reisende in der Welt der Malerei ließ sich Gabriele Rickes von den kleinen Figuren inspirieren, die Menschen in Kenia aus Altmaterialien gestaltet haben. Die westliche Konsumwelt im Rücken, war sie sofort fasziniert von der Gestaltungsfreude. Diese Elemente fehlten ihr noch, um ihre Geschichten mit den bunten Farbwelten zu erzählen“, erklärte Keupen.

So schuf Gabriele Rickes bunte Szenen von der erdachten Figur „Lucy“ mit Luftballons oder im Zauberwald. Und für ihren Sohn und seine Lebensgefährtin gestaltete sie ein Bild mit Erinnerungen an die Reise von Düsseldorf nach New York mit einer Fahrradtour über die Brooklyn Bridge.

Neue Wertigkeit

„Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen“, zitierte der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein bei der Vernissage einen Satz von Pablo Picasso.

„Mit dieser Aussage wird richtigerweise die Kunst als Medium zum Erreichen seelischer Ausgeglichenheit beschrieben. Es ist in der Tat für das eigene Wohlbefinden unglaublich wichtig, sich gedanklich wie emotional zumindest kurzzeitig aus dem Alltag zu verabschieden und in eine von Kreativität und Freude geprägte Welt einzutauchen“, betonte Fleckenstein.

Es gebe immer Möglichkeiten, scheinbar Wertloses durch kreative Ideen einer neuen Wertigkeit zuzuführen. „Man muss dies nur verinnerlichen und sich endlich lösen von unserer modern gewordenen Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Wiederverwertung und Aufwertung und nicht bloße Vernichtung müssen die Ziele für die Zukunft sein“, appellierte Fleckenstein.

Die Ausstellung „Upcycling — From Trash to Treasure“ ist noch bis Donnerstag, 28. Juni, im Herzogenrather Rathausfoyer, Rathausplatz 1, zu sehen.

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