Alsdorf: Füttern erlaubt: Neuer Streichelzoo im Alsdorfer Tierpark

Alsdorf: Füttern erlaubt: Neuer Streichelzoo im Alsdorfer Tierpark

Langsam öffnet Jana ihre rechte, zur Faust geballte Hand. Tierfutter ist darin, das die Vierjährige vorsichtig vor das Maul der kleinen braun-weiß gescheckten Ziege hält. Still hockt die Kleine auf dem frisch gestreuten Mulch. Dann traut sich das Zicklein näher heran und beginnt, mit seiner rauen Zunge die Samen und Körner von Janas Hand zu lecken.

Das Mädchen lacht, das kribbelige Gefühl auf den Handinnenflächen kennt sie schon. Schließlich ist Jana eine echte Ziegen-Kennerin. Oft hat sie schon im Alsdorfer Tierpark am Ziegengehege gestanden und die meckernden Tiere gefüttert. Doch seit Sonntag kann sie den Ziegen noch viel näher sein. Möglich macht es der neue „Streichelzoo”.

21 Jungtiere

Jana war die Allererste, die an der Hand von Elke Graf, Vertreterin der Alsdorfer Freizeitobjekte GmbH, das Gehege betreten durfte. Anfangs zögerlich und zurückhaltend schritt sie über den Boden, doch bald war die Angst großer Begeisterung gewichen. 39 Ziegen, darunter 21 Jungtiere, können gestreichelt und gefüttert werden. Der eingezäunte Bereich ist an das Ziegengehege angeschlossen, sodass die Tiere mehr Auslauf haben.

Für die Besucher ist allerdings am silbernen Zaun Ende. „Wir wollen den Tieren einen Rückzugsort gewähren”, erklärt Elke Graf. Ob die Tiere in den Bereich des Streichelzoos kommen, bleibt auch in Zukunft ihnen selbst überlassen. Ob Muttertier, gerade geborenes Zicklein oder einer der Böcke - keinem wird der Zugang verwehrt.

Angst vor den männlichen Tieren brauchen die Kinder aber nicht zu haben. „Lieb, zahm und zutraulich”, beschreibt Tierpfleger Hans-Jürgen Grzanna die Ziegenböcke. Trotzdem sollte der nötige Respekt vor den Tieren gewahrt werden. So wird zu den Öffnungszeiten des Geheges immer ein Tierpfleger in der Nähe sein.

Der pädagogische Nutzen ist enorm. Die vielen Kinder, die am Ostersonntag mit viel Spaß die Tiere fütterten und streichelten, lernten den Wert der Tiere schätzen und bekamen von Tierpfleger Grzanna auf Wunsch kleine Füttertipps und Infos zu den Ziegen.

Besonders beliebt sind - wie wohl bei allen Tieren - die Jungen. Klein und zierlich trippeln sie über den Boden, die Kinder immer hinterher. „Es ist ein Projekt, das wir jetzt erst mal ausprobieren müssen”, sagt Elke Graf. „Wir wissen nicht, wie es bei den Familien in der Region ankommt, wie gut das Angebot angenommen wird.”

Vorerst wird der Streichelzoo wochentags von 14 bis 16 Uhr geöffnet werden, am Wochenende und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Bei großem Andrang wollen die Verantwortlichen über eine Erweiterung nachdenken. Dem Eröffnungstag nach zu urteilen, sollte dem nichts im Wege stehen.