Alsdorf: Für Ordnung auf Rasengräbern

Alsdorf : Für Ordnung auf Rasengräbern

Der eine stellt ein Grablicht im Wert von 1,50 Euro auf die Rasenfläche, der nächste ein Tonpüppchen oder legt einen Blumenschmuck nieder — aber unabhängig von Wert oder Geschmack müssen die Rasengräber regelmäßig durch die Stadt Alsdorf geräumt werden, damit dort gemäht werden kann. Schließlich ist das die Idee: möglichst geringer Aufwand bei der Pflege. Aber genau das „stellt sich zunehmend problematisch dar“, wie die Verwaltung befindet. Deshalb will sie die Friedhofssatzung ändern.

Ein Gang über die Friedhöfe zeigt schnell, dass hier nicht übertrieben wird: kaum eine Steinplatte, die nicht mit Kerzen und Deko versehen ist, in den meisten Fällen auch nicht auf, sondern neben den einheitlichen Vierecken mit Namen und Jahreszahlen. Auch Scherben von zerschlagenen Gefäßen sind zu finden, Putzlappen in den Sträuchern, uralte Gestecke vermutlich von letztem Herbst.

Ziel ist nun ein einheitliches, geordnetes Bild. Geplant ist, Doppelwahlgräber und Reihengräber „ohne gärtnerische Gestaltung“, wie der Rasen im Fachterminus heißt, mit einer Liegeplatte in einem Steinstreifen oder mit der Möglichkeit, eine Stele zu errichten, in die Friedhofssatzung aufzunehmen. Diese Form gilt nur für Sargbestattungen.

Konkret vorgesehen ist, die Wahlgräber wie auf dem Morsbacher Friedhof dort, wo Flächen frei werden, neu anzulegen. „Dort wollen wir keine Platten und auch für einen Randkantstein wäre die Fläche zu klein“, sagt der Erste Beigeordnete der Stadt, Ralf Kahlen. Insgesamt sollen die Flächen etwas enger gezogen werden, „aber da reden wir von Zeiträumen von mehreren Jahrzehnten“, so Kahlen.

Er findet, dass Alsdorf eine recht breite Palette an Bestattungsformen anbietet — von der Baumbestattung bis hin zum Verstreuen, je nach Trend unterschiedlich gewichtet. Nur der Nordfriedhof tanze etwas aus der Reihe, da hier das Gedenken an die Toten des Grubenunglücks im Vordergrund stehe.

Noch eine Änderung plant die Verwaltung: Das Räumen der Reihengrabfelder von Grablichtern und -schmuck vor Ablauf der Ruhezeit war bislang mit einem Vorlauf von einem halben Jahr angekündigt worden, nun sollen es nur noch drei Monate sein. „Im Vergleich zu anderen Kommunen ist das schon ein relativ großes Zeitfenster“, sagt Kahlen.

Wer auf den Feldern etwas errichten möchte — ob Grabmal oder eine andere „bauliche Anlage“, darf das nur innerhalb eines Jahres mit schriftlicher Genehmigung.

In Kraft treten sollen die aktuellen Änderungen inklusive der Androhung von Geldbußen bei Verstößen gegen diese Vorgaben mit deren öffentlichen Bekanntmachung, die im Nachgang zur Ratssitzung am Donnerstag, 22. März, erfolgen kann, so der Rat der Vorlage zustimmt.

(vm)
Mehr von Aachener Nachrichten