Herzogenrath: Für Hygiene-Sünder gibt es einen Rüffel vom Bademeister

Herzogenrath: Für Hygiene-Sünder gibt es einen Rüffel vom Bademeister

Manch einer trägt sie bereits, wenn er auf den Flip-Flops Richtung Kassenhäuschen schlurft. Lässig hängt die Badeshorts über den Hüften, darunter ein weiteres Kleidungsstück, allerdings keine Badehose, sondern eine Boxershorts oder Unterhose.

„Und das kann ich überhaupt nicht leiden”, sagt Harald Mock, hauptamtlicher Schwimmmeister im Freibad Merkstein. Dann gibt es von ihm einen Rüffel und der Hygiene-Sünder muss in die Umkleidekabine.

„Diese Badeshorts sind seit etwa drei Jahren mächtig in Mode gekommen. Ich habe auch nichts dagegen, aber wenn einer die Unterhose nicht auszieht, bevor er ins Wasser steigt, dann hört bei mir der Spaß auf.”

„Etwa 300 Mal täglich”, so schätzt er selbst, spricht er die jungen Leute an und verweist sie vom Becken - in der Regel sind es Jungs oder junge Männer. Die wollen nicht immer einsehen, dass eine Unterhose nicht unter eine Schwimmhose gehört. „Manch einer versucht sich dann rauszureden. Einmal hat mir einer von diesen Burschen sogar Schläge angedroht”, erinnert sich Harald Mock.

Anders als in Übach-Palenberg, im „Ü-Bad”, soll die Schwimmshorts aber nicht gänzlich verboten werden. Dort hatte das Untersagen solcher Badekleidung per städtischer Verordnung für mächtig Wirbel gesorgt.

„Wir überlassen das den Bademeistern vor Ort, ob jemand noch die Badeordnung einhält oder eben nicht”, sagt Josef Poquet, Leiter des Sport- und Kulturamtes, und verweist auf die jahrelange Erfahrung der Männer am Beckenrand.