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Nordeifel/Städteregion: Frösche, Kröten und Molche wandern wieder hin und her

Nordeifel/Städteregion : Frösche, Kröten und Molche wandern wieder hin und her

Die jährliche Amphibienwanderung beginnt nach dem milden Winter früher als sonst. Maßnahmen zum Schutz der Tiere sind im Wurm- und Broichbachtal angelaufen. Danach geht es in der Eifel weiter.

Der Winter war mild, es gab wenig Schnee und keinen lang anhaltenden Frost. Daher startet die Amphibienwanderung etwas früher als sonst. „Die ersten, die sich auf den Weg zur Eiablage machen, sind die Frösche. Sie riskieren sogar, dass ihre Laichballen im Wasser einfrieren. Das schadet aber nicht, sondern verzögert nur die Entwicklung ein wenig“, erklärt Udo Thorwesten vom Umweltamt der Städteregion Aachen. „Die Kröten sind da vorsichtiger und warten, bis der Frühling wirklich angekommen ist.“

Thorwesten koordiniert die Vorbereitung der Schutzmaßnahmen, die dafür sorgen, dass Kröten, Molche und Frösche sicher über die Straßen kommen. Dazu gehören Schutzzäune mit Eimerfallen, Warnschilder und Teilsperrungen von Wirtschaftswegen. Die Arbeiten im Wurm- und Broichbachtal haben bereits begonnen, unmittelbar danach geht es in der Eifel weiter. Insgesamt werden die Artenschutzmaßnahmen zehn bis zwölf Wochen dauern.

Wie schon in den vergangenen Jahren wird ab Freitag, 21. Februar, die Ottenfelder Allee im Bereich des Schlossparks Ottenfeld und der Straßeneinmündung nach Reifeld und Noppenberg für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Sperrung, die die Städte Alsdorf und Herzogenrath in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde umsetzen, wird voraussichtlich bis Ende Mai dauern. Überall dort, wo Frösche und Co. wandern, gilt jetzt für Autofahrer: Bitte langsam fahren, und zwar zum Schutz der Tiere und ihrer menschlichen Helfer!

Zaun mit Fangeimern

In Herzogenrath ist im Bereich der Bergerstraße, nahe dem Rückhaltebecken und dem Hallenbad, bereits ein Amphibienzaun mit 27 Fangeimern aufgebaut worden. Zweimal täglich transportieren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die in den Eimern gefangenen Tiere über die Straße.

Organisiert wird das von der „Arbeitsgemeinschaft Wurmtal“. 2019 konnten die Ehrenamtler so eine Rekordzahl von etwa 5000 Tieren vor dem Tod auf der Straße bewahren, fast 1000 mehr als 2018. Darunter waren Erdkröten, Gras- und Grünfrösche ebenso wie Teich-, Faden-, Kamm- und Bergmolche.

Das Umweltamt bittet aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr, die Leitzäune nicht zu beschädigen oder niederzutreten, da die Amphibien sonst auf der Straße von Fahrzeugen getötet werden. Die Tiere werden auf der Hinwanderung von Bierstraß aus in das Rückhaltebecken und den Angelteich gebracht und auf dem Rückweg wieder in den Wald transportiert.

Nach Abschluss der Arbeiten in der Bergerstraße gehen die Arbeiten zum Schutz von Amphibien im Wurmtal (Mühlenweg zwischen Bardenberg und der Alten Mühle Bardenberg) weiter. Auch hier werden Mitarbeiter der Lebenshilfe im Auftrag der Städteregion Aachen Schutzzäune aufbauen.

Wo besonders viele Amphibien vorkommen und wandern, setzt die Städteregion Aachen langfristige Lösungen um. In Bardenberg können die Tiere beispielsweise die Fahrbahn ganz ohne fremde Hilfe durch eigens eingerichtete „Amphibientunnel“ gefahrlos überqueren.