Würselen: Freizeitbad Aquana nach Sturmschäden vorerst geschlossen

Würselen : Freizeitbad Aquana nach Sturmschäden vorerst geschlossen

Das Freizeitbad Aquana in Würselen bleibt voraussichtlich bis übernächste Woche geschlossen. Als Grund nennt Bernd Schaffrath, Sprecher der Stadt Würselen, Schäden am Dach der vielbesuchten Freizeiteinrichtung, die das Orkantief „Friederike“ am Donnerstag, 18. Januar, im wahrsten Sinne des Wortes „offen gelegt“ hat.

Wie bereits im Zuge der Sturmbilanz berichtet, waren Böen unter das Dach gefahren, genauer unter die sich über die gesamt Länge des Baukörpers erstreckende Dachhaube aus „Plexiglas“. Vorsorglich war daraufhin der Betrieb des Bades eingestellt und der Besucherparkplatz abgesperrt worden, um niemanden durch möglicherweise sich lösende Bauteile zu gefährden. Auch der Saunabetrieb ruht seitdem. Betroffenen sind aber nicht nur Erholungsuchende, sondern auch Schulen und die DLRG, die das Bad nutzen. „In der kurzen Zeit ist eine Alternative für den Schwimmsport leider nicht zu organisieren“, sagt Schaffrath nach Rücksprache mit dem Schulamt.

Der Dachkonstruktion des Freizeitbades Aquana ist durch das Sturmtief „Friedericke“ aus den Fugen geraten. Das Bad und der Parkplatz (kleines Bild) sind vorsorglich gesperrt. Durch eine provisorische Sicherung soll der Betrieb ab übernächster Woche wieder ermöglicht werden. Foto: Karl Stüber

Gefährdung zu groß

Das Schulschwimmen muss leider bis Wiedereröffnung ausfallen. Auch Vereine „liegen auf dem Trockenen“.

„Dem Aquana und der Stadt geht es vordringlich darum, dass die Besucher baldmöglichst und ohne jegliche Gefährdung das Bad nutzen und besuchen können“, nennt Schaffrath das vorrangige Ziel der Aktivitäten. Mittlerweile wurde das Bauordnungsamt der Kommune und ein Experte hinzugezogen, um die Schäden an der Befestigung der Haubenkonstruktion zu begutachten. Dabei kam heraus, dass die Befestigungsschrauben obendrein verrostet sind, was bislang in der Dimension nicht klar war.

Allerdings steht laut Sprecher der Stadt Würselen die Sanierung ohnehin für die zweite Jahreshälfte an, weil die „Bauzeit mittlerweile abläuft“. Das Aquana wurde am 12. Dezember 1998 eröffnet. Nach 20 Jahren muss die Dachkonstruktion unter anderem wegen der ausgehärteten Plastikbestandteile saniert werden. Das dürfte mehrere Hunderttausend Euro kosten, wenngleich die genaue Höhe der Kosten erst mit Ausschreibung des Auftrags geklärt werden kann.

Als Sofortmaßnahme bis dahin haben die Experten laut Schaffrath etwas anderes vor. Mit dem Einziehen von Tauen und Streben soll die Dachkonstruktion in ihrer Statik stabilisiert werden. Auf diese Weise soll die Verkehrssicherheit wieder hergestellt werden.

Im Dezember hatte noch Claus Nürnberg, Interimsgeschäftsführer des Aquana, im Stadtrat kräftig die Werbetrommel für die Freizeiteinrichtung gerührt. Das Aquana sei „ein schlafender Riese“. Das hochdefizitäre Unternehmen berge ein „Riesenpotenzial“ in Sachen Dienstleistungen und es gebe „viele Möglichkeiten“ zur Optimierung. Letztlich gehe es darum, mehr Menschen ins Aquana zu locken. „Alle kritischen Meldungen führen zur Verunsicherung“, habe er von Badegästen gehört.

Und nun folgt dieser bedauerliche Rückschlag.