Herzogenrath: Freifunker sorgen für virale Verbreitung freien WLANs

Herzogenrath: Freifunker sorgen für virale Verbreitung freien WLANs

Wenn das kein gutes Zeichen ist, um weiter zu machen: Schon beim ersten Treffen der Freifunk Community Herzogenrath gelang es Freifunker Kai Baumann, gleich drei Router an den Inhaber des Restaurants „Zur Brücke“ an der Kleikstraße 42 zu bringen. Wem Freifunk und Router nicht viel sagen, dem wurde erklärt, was es damit auf sich hat.

„Wir wollen freies WLAN in der gesamten Städteregion Aachen umsetzen“, so Felix Bosseler, der natürlich auch beim ersten Treffen der Freifunker in Herzogenrath dabei war. Er sieht darin eine Art „digitaler Willkommenskultur“ in den jeweiligen Städten, die weit mehr als das in anderen Kommunen anzutreffende, oft durch große Anbieter gestützte und auch begrenzte Netz sind.

Die Freifunk-Landkarte in unserer Region zeigt immer mehr Punkte auf, die über das frei zugängliche WLAN-Netz zugänglich werden. Screenshot: Markus Bienwald

Vielmehr soll es durch die Menschen im Ort, vor allem auch durch die Geschäftsleute im Ort, einen Mehrwert generieren, den alle Gäste, Besucher und Kunden schnell und unkompliziert ohne Eingabe von Codes sicher nutzen können. „Ich habe bei mir Freifunk installiert, und meine Gäste freuen sich, so ganz einfach WLAN zu bekommen“, sagt auch Stefan Kuklik, ein weiterer Freifunker aus Roda. Einloggen ist dabei für die Nutzer ganz einfach, wie Jan van den Hurk, Mitglied im „Freifunk Rheinland“ sagt.

„Einfach den entsprechenden Router im Menü des mobilen Endgerätes anwählen und los geht's“, beschreibt er den Moment, wenn die drahtlose Internetverbindung zum Freifunk wird. Wirklich vernetzt werden kann so eine Gemeinschaft von Freifunkwilligen aber nur, wenn sich möglichst viele Menschen finden, die etwas bereitstellen. „Zum einen stellen die Spender ihren Internetanschluss zur Verfügung, zum anderen müssen sie den Strom spenden und einmalig in einen vom Freifunk empfohlenen Router investieren“, wirbt Felix Bosseler.

Das könnte gerade für Geschäftsleute nicht nur in Herzogenrath zu einem der vielen von den Kunden gewünschten Mehrwerte werden, denn so zeige der Inhaber nach Ansicht der Freifunker, dass er über sein Waren- und Dienstleistungsangebot hinaus den Servicegedanken verinnerlicht habe. Wem der Freifunk trotz der nur wenigen notwendigen Schritte zu kompliziert erscheint, dem helfen die aktiven Freifunker, an deren Spitze in Herzogenrath sich Daniel Breuer und Martin Brenner für den freien Funk im Ort stark machen, weiter.

„Wir helfen gerne, von der Auswahl des richtigen Routers über die schnelle technische Einrichtung und alle weiteren Fragen“, sagt Martin. Übrigens ist bei den Freifunkern das „Du“ die gepflegte Umgangsform, die perfekt zum Gedanken eines frei nutzbaren und dennoch für den Spender sicheren Internetzugangs per WLAN passt. „Passieren kann nichts, denn unsere Router sind so konfiguriert, dass in keinem Fall eine Verbindung ins heimische Netz hergestellt werden kann“, macht Felix Bosseler klar.

So stellen Spender den Nutzern ohne Anmeldung oder Gutschein ein unabhängiges Netzwerk ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung, bei dem wirklich jeder mitmachen kann. Sollte das in Aachen bereits dicht gewebte Netz weitere Verbreitung in die Städteregion und darüber hinaus finden, ist dann auch mit den Funklöchern Schluss, die das mobile schnelle Surfen manchmal zur Qual machen. Wie die Verwaltung vor Ort das sieht, war übrigens auch noch ein Thema der Freifunker, die sich seitens der öffentlichen Hand gerne Unterstützung wünschen.

„Damit könnte auch ein wichtiger Beitrag zum Stadtmarketing geleistet werden“, war sich Felix sicher. Und natürlich sind die Freunde freien Funk-Internets in Herzogenrath auch bestens organisiert. So haben sie den zweiten Mittwoch in jedem Monat fest für ihre Treffen ins Auge gefasst. Los geht es am Mittwoch, 11. Februar, um 19.30 Uhr im Restaurant „Zur Brücke“.

Die dort installierten drei Router sind übrigens auch auf der Übersichtskarte des Freifunks in unserer Region zu finden, die beinahe täglich immer mehr Punkte abdeckt. Virale Verbreitung nennen die Fachleute so etwas, einen funktionierenden Gedanken, der etwas zur Gemeinschaft in einer Kommune beiträgt, sehen die Freifunker darin. Und am Ende ist es genau das, was sie mit ihrem frei zugänglichen WLAN ohne Begrenzung wollen.

(mabie)
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