Würselen: Forum Medizin: Helfen, mit der Krankheit leben zu lernen

Würselen: Forum Medizin: Helfen, mit der Krankheit leben zu lernen

Eigentlich lief bei dem jungen Wolfgang Ramsteiner alles ganz gut. Damals, vor 30 Jahren, arbeitete er als Bautechniker. Dann bekam er nach und nach Probleme mit der Atmung. Schließlich wurde bei ihm COPD diagnostiziert.

Das Kürzel steht für „Chronic obstructive pulmonary disease“, übersetzt „Chronische atemwegs-verengende Lungenkrankheit“. Im Volksmund ist da schon mal vorschnell von „Raucherlunge“ die Rede. Dagegen hat Ramsteiner mit Rauchen „nichts am Hut“ — und viele COPD-Patienten auch nicht, wenngleich Rauchen in der Tat oft die Ursache für COPD ist, aber eben nicht generell, betont er.

Wie Ramsteiner freimütig erzählt, scheint seine Krankheit, zumindest im Sinne einer entscheidenden Schwächung, auf eine Lungenentzündung im Säuglingsalter zurückzuführen zu sein. Und offenbar brach COPD bereits rund zehn Jahre vor der entscheidenden, die Wahrheit an den Tag bringenden Diagnose aus. Seinerzeit aber noch unbemerkt, da nicht merklich schwächend, schon gar nicht schmerzend. Bei Ramsteiner also wohl im Alter von zehn bis elf Jahren. Das nennt man Schicksal. Und seine Arbeit auf dem staubintensiven „Bau“ dürfte die Krankheit noch verstärkt haben.

Wolfgang Ramsteiner hat sein Schicksal angenommen und meistert es auf seine Art — indem er sich intensiv mit dem Krankheitsbild auseinandersetzt und auf diese Weise auch anderen Betroffenen hilft. Er ist Vorsitzender der Initiative „COPD & Lunge — Patienten- und Selbsthilfeorganisation für Lungenkranke“ und deshalb auch Teilnehmer des 2. Forum Medizin des Medizinischen Zentrums Würselen (MZ) und unserer Zeitung, das am Mittwoch, 22. Oktober, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus in Würselen beginnt. Der Titel lautet „Atemlos — Erkrankungen der Lunge“.

Ramsteiner wurde im Jahre 2006 durch einen Zeitungsartikel nachhaltig angesprochen, in dem unter anderem die betroffene Heidi Witt aus Würselen um Mitstreiter für die Gründung einer COPD-Selbsthilfegruppe warb. Und es folgten weitere Selbsthilfegruppen — so in Simmerath im Jahre 2007, in Aachen 2010, ebenso für COPD-Angehörige in Würselen und so weiter.

Im Jahre 2011 wurde schließlich die Patientenorganisation COPD & Lunge als Verein gegründet, deren Vorsitzender Ramsteiner ist, seine Stellvertreterin Witt. Dem Beirat des Vereins gehört übrigens Dr. Björn Schwick an, seit kurzem Chefarzt für Pneumologie (Lungenheilkunde), Allergologie, Beatmungsmedizin und Weaning (Entwöhnung von Beatmung) am Medizinischen Zentrum Würselen und Hauptreferent des Forum Medizin zum Thema „Atemlos“.

„Es gibt viele COPD-Selbsthilfegruppen. Dank der modernen Technik tauschen wir uns sogar international aus“, weiß Ramsteiner aus gutem Grund ganz genau. Seinen erlernten Beruf übte er bis 1998 aus und konzentrierte sich dann als Selbstständiger ganz auf den Computerhandel, bevor er 2006 berufsunfähig wurde. Er kennt sich also natürlich bestens mit den Möglichkeiten des Internets aus. Er ist Herausgeber eines alle zwei Wochen erscheinenden Newsletter des Vereins COPD & Lunge. Darin geht es um medizinische Themen rund um Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Zudem berät der Verein Betroffene und hilft als Lotse durch das Gesundheitssystem. In Abständen erscheint der „Lungenbote“.

Derzeit arbeitet die Initiative an einem Ratgeber für COPD-Erkrankte mit dem Thema „Begleiterscheinungen bei COPD“. Über das und anderes mehr wird Wolfgang Ramsteiner beim Forum Medizin am 22. Oktober berichten. Auch darüber, dass es eines gewissen Aufwands bedarf, dass er und seine Stellvertreterin Witt mit einem mobilen Beatmungsgerät nebst persönlicher Begleitung an dem Forum überhaupt teilnehmen können . . .