Feuerwehr zum zweiten Mal in einer Woche zur Röntgenstraße gerufen

Polizei ermittelt : Missbrauch des Notrufs löst Großalarm in Alsdorf aus

Das darf doch wohl nicht wahr sein! Durch einen erneuten mutwilligen Notruf wurde am Freitag ein Großaufgebot an Rettungskräften in Marsch gesetzt, wie der Sprecher der Alsdorfer Feuerwehr, Andreas Wolf, berichtet.

Es ist Freitagabend, 23 Uhr, und die Melder der Freiwilligen Feuerwehr Alsdorf werden zum Vollalarm ausgelöst - denn es wurde ein #FEUERSOS mit Menschenleben in Gefahr gemeldet. Es geht zum wiederholten Mal in die Röntgenstraße nach Alsdorf, wie in der Woche zuvor #Vollalarm / Feuer SOS. Bei dieser Alarmierungsstufe handelt es sich um die höchste Stufe, die ausgerufen werden kann, erläutert Wolf. Entsprechend viele hauptamtliche und ehrenamtliche Einsatzkräfte eilten am späten Abend zum Einsatzort (hauptamtliche Wache, Einheiten des Löschzuges 1 (Mitte), Einheiten des Löschzuges 2 (Mitte), Einheiten des Löschzuges 3 (Alsdorf-Hoengen), da man mit dem Schlimmsten rechnen musste – eine Rettung von Menschenleben aus den Flammen. Angekommen an der Einsatzstelle, wurde großflächig erkundet. Mensch und Gerät wurden in Stellung gebracht. Nur wie in der Woche zuvor gab es auch dieses Mal keinen Brand und keinen echten Notfall. Wolf: „Es war wiederholt ein schlechter und strafbarer Scherz. Um Missverständnissen vorzubeugen: Hier ist nicht die Rede von Alarmierungen, bei denen Menschen im guten Glauben an einen Brand oder Notfall die Feuerwehr rufen. Es geht ausschließlich um die Fälle, in denen bewusst Missbrauch betrieben wird.“

Strafe und Kostenübernahme

Nun war es bereits der zweite böswillige Alarm innerhalb kurzer Zeit. In der Samstagnacht, 6. Juli, um 2.34 Uhr, also vor einer Woche, rückten die Feuerwehrfrauen und -männer aus Alsdorf zur gleichen Adresse aus. Eine böswillige Alarmierung von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten ist kein Kavaliersdelikt. Man bedenke: Im Alarmfall werden Einsatzkräfte aktiviert, die vergebens ausrücken. Sollte in dieser Zeit ein realer Notruf auf der Leitstelle eingehen, fehlen diese Kräfte. Kostbare Minuten vergehen, dabei zählt im Ernstfall jede einzelne Minute.

„Jede böswillige Alarmierung ist strafbar“, so Wolf: Im Paragrafen 145 des Strafgesetzbuches (StGB) steht: „Wer absichtlich oder wissentlich 1. Notrufe oder Notzeichen missbraucht oder 2. vortäuscht, dass wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Neben den Strafen gemäß des Strafgesetzbuches, müssen die Täter die Kosten für den Einsatz tragen, soweit diese ermittelt werden können. „Jeder Notruf kann zurückverfolgt werden– auch wenn anonyme Anrufe getätigt wurden.“ Im Fall der zwei Einsätze in Alsdorf hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

(red)
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