Alsdorf/Eschweiler: Feuer auf Deponie Warden: Keinerlei Hinweis auf Brandstiftung

Alsdorf/Eschweiler: Feuer auf Deponie Warden: Keinerlei Hinweis auf Brandstiftung

Es wird keine polizeilichen Ermittlungen zur Ursache des Feuers auf dem Gelände des Entsorgungs- und Logistikcenter Alsdorf-Warden geben. Dies bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung Polizeisprecherin Sandra Schmitz.

Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. Zum einen sei „kein Schaden“ entstanden, wie Michael Uhr von der AWA Entsorgung GmbH gegenüber unserer Zeitung sagte. Jedenfalls kein „Schaden“ im strafrechtlichen Sinne. Letztlich habe ja nur Sperrmüll gebrannt, also von Bürgern als schadhaft und wertlos aussortiertes Material — in diesem Falle überwiegend Mobiliar und weitere Einrichtungsgegenstände, die im Zuge der verheerenden Regenfälle in letzter Zeit unbrauchbar geworden waren. So stammte der jetzt abgefackelte Sperrmüll zum großen Teil aus dem Stadtgebiet von Baesweiler.

Schmitz ergänzte: „Und wo kein Schaden entstanden ist, liegt auch kein Delikt vor.“ Dies sei gerade bei Deponien nicht ungewöhnlich. Zum anderen, so die Polizeisprecherin, gebe es keine Anhaltspunkte für Brandstiftung.

„Selbstentzündung“

Auch die Auswertung der Videoüberwachung hat hierfür keinen Hinweis ergeben, wie AWA-Sprecher Uhr sagte. Im Gegensatz zur ersten spontanen Aussage vom Sonntag sei zwar doch die Videoaufzeichnung gelaufen — „Das ist immer der Fall, wenn auf der Anlage nicht gearbeitet wird“, so Uhr — aber es sei eben nichts Verdächtiges zu sehen gewesen. „Für Selbstentzündung kann es viele Ursachen geben“, weiß Uhr aus Erfahrung. Das komme halt immer mal wieder vor — leider.

Und welche Konsequenzen hat für die AWA das Feuer, dessen Bekämpfung einen großen Feuerwehreinsatz mit rund 120 Einsatzkräften nach sich zog, erhebliche Kosten verursachte und die Bevölkerung im Umfeld verunsicherte, die stundenlang vorsichtshalber Fenster und Türen geschlossen halten sollte?

„Nach dem jetzigen Wissensstand wird wohl die Allgemeinheit dafür aufkommen müssen“, sagte Unternehmenssprecher Uhr. In der Tat entspricht dies durchaus dem Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG) in NRW, denn die AWA GmbH hatte das Feuer nicht vorsätzlich herbeigeführt. Allerdings sieht der Paragraph 41 grundsätzlich auch die „Gefährdungshaftung des Betreibers von Anlagen oder Einrichtungen“. Im Paragraph 24 b geht es um „externe Notfallpläne für Abfallentsorgungseinrichtungen“.

„Wir setzten uns ohnehin noch mal mit der Feuerwehr zusammen“, kündigte Uhr an. Dabei werde es auch um die Frage gehen, welche Lehren aus dem Brand des Sperrmülls zu ziehen sind. So könnte zum Beispiel für alle Fälle eine „Löschkanone“ fest installiert werden.