Mehrere Investoren interessiert : Der ehemalige Burger King wird versteigert

Wie geht es mit dem Standort des ehemaligen Burger King in Alsdorf weiter? Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Still und lange ruhte der See. Für die an der Kreuzung Luisenstraße/Kurt-Koblitz-Ring liegende Immobilie steht Mitte Dezember im Wege der Zwangsvollstreckung die Versteigerung im Amtsgericht Aachen an, wurde nun bekannt gemacht.

Ein Sachverständiger hat ein Verkehrswertgutachten erstellt, das als Grundlage für den eigentlich zu erwartenden Verkaufs- bzw. Versteigerungswert dient, wie zu erfahren war.

Auch wenn sich letztlich Burger King an diesem Standort nicht halten konnte und die Anlage im Juni 2016 geschlossen wurde, gilt die Lage grundsätzlich als günstig für einen Fastfood-Betrieb nebst Drive-in. Das Areal liegt exponiert an zwei vielbefahrenen Straßen (L 47 und B 57) und ist gut sichtbar für hungrige „Laufkundschaft“ mit wenig Zeit. Tausende Autofahrer passieren täglich diese Stelle.

Zudem befindet sich im Umfeld reichlich Wohnbebauung, auch Hochhäuser mit Mietwohnungen. Das Stadtzentrum ist leicht zu Fuß erreichbar. Ob sich ein neuer Gastronomiebetrieb an diesem Standort halten kann, dürfte natürlich von einem entsprechenden Geschäftsmodell abhängen und der Frage, ob auch eine nennenswerte Zahl von Besuchern des nahen Kinocenters am alten Wasserturm den nur wenige Hundert Meter langen Weg dorthin findet.

Verkehrswert 1,1 Millionen Euro

Mit Blick auf die günstige Lage geht Bürgermeister Alfred Sonders auf Nachfrage unserer Zeitung davon aus, dass sich im Zuge des Zwangsversteigerungsverfahrens ein Käufer und neuer Investor finden lasse. An die Stadt seien immer wieder Interessenten herangetreten. „Wir können da aber nur vermitteln, was wir aber gerne tun. Wir müssen das gesetzlich vorgegebene Verfahren abwarten“, sagte Sonders, der weitere Details mit Blick auf das nun laufende Verfahren nicht nennen wollte.

Das Objekt steht unter Zwangsverwaltung eines Rechtsanwalts. Eigentümer war zuletzt die Solid Grundbesitz Invest GmbH.

Auf der Immobilie sollen Verbindlichkeiten von mindestens 1,2 Millionen Euro, eher mehr, lasten. Versuche des Zwangsverwalters und der Gläubiger auf andere Weise den Gebäudekomplex wieder am Markt zu platzieren, sind bislang gescheitert, was wohl mit der damit verbundenen Übernahme der Verbindlichkeiten gelegen haben mag.

Auch Toni Timpanaro aus Jülich, der an dem Objekt Interesse zeigte und dort ein Gastronomiesystem einrichten wollte, wurde offenbar nicht handelseinig. Der Jülicher Timpanaro hatte im Jahr 2015 als Lizenznehmer damit begonnen, die Restaurantkette „Chicken N Chicken“ auszubauen.

Der Verkehrswert des gesamten Areals, also Gebäude, 32 Parkplätze, Zufahrten und Nebenanlagen, wurde unterm Strich offenbar mit etwas mehr als 1,1 Millionen Euro ermittelt. Ob diese Summe in der ersten Runde der Zwangsversteigerung erzielt wird, darf als fraglich gelten. Beobachter erwarten eine zweite Runde, in der es dann nur noch um das höchste Gebot geht, so dass die Gläubiger teilweise leer ausgehen dürften.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch vollkommen unklar, ob das Gebäude Bestand haben wird oder ein Neubau entsteht. Derzeit bietet die Anlage einen traurigen Anblick, gilt als Schandfleck.

Durch Vandalismus wurden die Außenanlagen zerstört, Unkraut wuchert zwischen Pflastersteinen, Einbrecher hatten sich im Inneren auf zerstörerische Suche nach Verwertbarem gemacht. Die Zugänge wurden daraufhin verbarrikadiert. Allerdings gilt die Bausubstanz als dem Alter entsprechend, also als nicht schlecht.

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