Baesweiler: Fassaden aufwerten und bei Energiekosten sparen

Baesweiler : Fassaden aufwerten und bei Energiekosten sparen

Zwei Fliegen mit einer Klappe wollen die Stadt Baesweiler, die Verbraucherzentrale in Alsdorf und der Verein Altbauplus auf einen Schlag „erledigen“ — dem Stadtbild, Hausbesitzern und der Umwelt zuliebe. Derzeit werden rund 400 Schreiben an Eigentümer in Teilbereichen von Baesweiler und Setterich verschickt.

Darin wird sowohl über Energiesparmaßnahmen als auch über das Hof- und Fassadenförderprogramm der Kommune informiert und für eine entsprechende Beratung bzw. Teilnahme geworben. Dabei ist der Bereich eingegrenzt. Im Ortsteil Setterich geht es um die Hauptstraße ab Nummer 42, An der Burg 2-6, Im Bongert 1-7, Emil-Mayrisch-Straße 1-10 und in Baesweiler um Reyplatz, Breite Straße 1-30, Kückstraße, Löffelstraße 1-19, Roskaul 1-2, Kirchstraße, Im Kirchwinkel 1-8, Am Feuerwehrturm, Peterstraße 2-6 und In der Schaaf. Das gilt für alle Häuser, die vor dem 1. Januar 1995 errichtet worden sind.

Die Begrenzung ist auf den Geltungsbereiche zurückzuführen, die der Stadtrat für die Förderung im Rahmen der Städtebauprogramme „Soziale Stadt Setterich“ und „Integriertes städtebauliches Entwicklungsprogramm Baesweiler festgelegt hat. „Beim nächsten Mal könnten das durchaus andere Bereiche sein. Das wäre auch in den kleineren Ortsteilen denkbar“, sagt technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel, die gemeinsam mit Gerhard Weiß, Energieberater der Verbraucherzentrale, das gemeinsame Konzept vorstellt.

In der Tat macht es Sinn, bei einer Verschönerung der Fassade eines Hauses neben dem Schließen von Rissen im Putz und einem Neuanstrich auch den Einbau neuer Fenster und das Anbringen einer Dämmung nachzudenken. Für die Energieberatung in der Zeit bis zum 22. Dezember wird in den zwei definierten Gebieten dank Zuschuss der Städteregion Aachen, der die Förderung des Landes NRW ergänzt, ein Kostenbeitrag in Höhe von 30 Euro erhoben. „Dafür bekommt der Hausbesitzer einiges geboten“, sagt Weiß. Schließlich daure eine Begutachtung und Beratung vor Ort rund 1,5 Stunden. Dann wird noch ein Bericht mit Empfehlungen verfasst.

Inklusive An- und Abfahrt ist das sehr zeitaufwendig. Und — das wird ausdrücklich betont — die Beratung ist freiwillig und nicht verpflichtend. Es bleibt also dem Eigentümer überlassen, ob er aus den Tipps zum Energiesparen was macht oder nicht. Ob er von den Fördermöglichkeiten und der Option auf günstige Finanzierungsbedingungen Gebrauch macht, auf die bei der Energieberatung ebenfalls hingewiesen werde, ist seine Sache. Das gilt ebenso für die Erstberatungen im Rahmen des Hof- und Fassadenprogramms, sagt Tomczak-Pestel. Und wer sich letztlich zur Teilnahme entschließt, den gewährt die Stadt bei den Gestaltungsmaßnahmen aus dem Fördertopf Zuschüsse.

Energieberater Weiß sagt: „Die Leute brauchen keine Angst davor zu haben, dass da jemand kommt, um zu kontrollieren.“ Es sollen nur Hinweise gegeben werden, was so nicht sein sollte oder besser gemacht werden könnte. Auch in Siedlungsbereichen mit baugleichen Häusern werde bei der Beratung Wert auf Individualität gelegt. „Wir beraten in jedem Haus anders, weil ja jeweils andere Leute darin wohnen.“ Die Anforderungen und Lebensgewohnheiten von Familien seien eben anders als die eine Rentnerpaars.

So werden laut Weiß bei der Beratung auch die Möglichkeit zu einem barrierefreien Umbau im Rahmen der energetischen Sanierung einbezogen. Das gelte auch für das Beheben von Feuchte- und Schimmelschäden. Gerade letzteres sei eine Frage des individuellen Verhaltens, also des richtigen Augenmaßes der Lüftung. „Energieberatung ist für uns eine Form der Lebensberatung“, bringt es Weiß auf den Punkt. Mit welcher Resonanz rechnen Tomczak-Pestel und Weiß? Von den 400 anzuschreibenden Hausbesitzern leben rund 100 nicht in Baesweiler. Von den verbleibenden 300 wohnen 90 Prozent der Hauseigentümer in der eigenen Immobilie, müssten also auch ein eigenes Interesse daran haben, dass das Haus ansprechend aussieht und Energiekosten gespart werden, hoffen technische Dezernentin und Energieberater auf viele Rückmeldungen.

Interessenten fürs Hof- und Fassadenprogramm wenden sich bitte an das Stadtentwicklungsamt, Josef Meyer, Telefon 02401/800304, oder Bernd Sauren, Telefon 02401/800309. Zudem wird persönliche Beratung angeboten. Informationen über die Energieberatung und Anmeldung dazu: Stadt Baesweiler, Marcel Mauer, Zimmer 302, Telefon 02401/800302, sowie Verein Altbauplus, Aachen-Münchener-Platz, Aachen, Telefon 0241/4138880 und Energieberatung der Verbraucherzentrale, Luisenstraße 35, Alsdorf, Telefon 02404/9032730.

(-ks-)