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Herzogenrath: Familienzentrum am Wasserturm: Viel neuer Platz für die Zitronenkobolde

Herzogenrath : Familienzentrum am Wasserturm: Viel neuer Platz für die Zitronenkobolde

Viel zu gucken hatten die kleinen Akteure des städtischen Familienzentrums am Wasserturm in den vergangenen Monaten: Eine richtige Baustelle mit echten Bauarbeitern, Baggern und allem was dazu gehört, war gleich nebenan zu bestaunen. Der Erweiterungsbau für eine vierte Kita-Gruppe ist mittlerweile weit gediehen, der Innenausbau muss noch komplettiert und das Außengelände hergerichtet werden.

Grund genug für die Verwaltung und Bürgermeister Christoph von den Driesch, das Projekt öffentlichkeitswirksam vorzustellen. Trotz der Widrigkeiten angesichts der überhöhten Baukonjunktur, die unter anderem teilweise zu nur wenigen Angeboten führe, wie Herbert Haamann, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes, darlegte, und trotz verspäteten Baubeginns aufgrund schlechten Wetters, hätten letztlich alle Vergaben zügig vorgenommen werden können, befinde man sich wieder im Zeitplan. Und — bei nur einer geringen Erhöhung — durchaus auch im vorgegebenen Kostenrahmen. Die Baukosten werden seitens der Stadt mit 516.000 Euro beziffert, von denen ein Landeszuschuss über 238.000 Euro abzuziehen ist. Die Fertigstellung des Anbaus ist für den kommenden August vorgesehen.

Dann wird sich die geheimnisvolle Holztür in der Wand hinter der von im Dach angelegten Bullaugen ausgeleuchteten „inneren Mitte“ der Kita endgültig öffnen. Die Anbaumöglichkeit für eine vierte Gruppe war schon beim Bau der Kita Wasserturm vor über fünf Jahren mit eingeplant worden, legt Architekt Jost Gellinek von nbp-Architekten aus Roetgen noch einmal dar. Froh darüber, wie er in Richtung Bürgermeister ausführt, dass die Stadt seinerzeit so vorausschauend gewesen sei, auch den angrenzenden Grünstreifen mit zu kaufen, was die Bauplanung erheblich vereinfacht habe.

In einer Holzbaukonstruktion sei auch der Anbau errichtet, „das geht schnell, wenn einmal die Erdplatte liegt“. In „zurückhaltender Materialtreue“ und „freundlichem Mausgrau“ sei die Außenhaut gestaltet, bewusst habe man auf grelle Farben verzichtet, es seien ja die Kinder und die Kita-Leitung selbst, die Farbe in den Bau brächten. Eine gute Funktionalität war den Planern wichtig, zu der auch besagte „innere Mitte“ gehört, der großzügige Gemeinschaftsbereich, um den herum die Gruppenräume angelegt sind und der aufgrund des hohen Tageslichtanteils bei schlechtem Wetter zum Spielen ein probater Ersatz für die Außenanlage sein könne. Eine weitere WC-Anlage ist ebenfalls angelegt worden, „sonst würden bei den ganz Kleinen die Wege zu lang“, wie der Architekt augenzwinkernd ausführt.

Besonders nach dem Zuzug vieler Familien mit Fluchthintergrund in den Jahren 2015/16, so erläutert Jugendamtsleiter Bernd Krott, habe sich die Notwendigkeit ergeben, vor allem für Ü-3-Kinder weitere Kita-Plätze einzurichten. Um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz sofort erfüllen zu können, war schon beizeiten eine Notgruppe, die „Zitronenkobolde“, an den Start gegangen, für die übergangsweise im Streiffelder Hof mit entsprechenden Umbauten Platz geschaffen worden war.

Wie Krott so zeigt sich auch Bürgermeister von den Driesch allen Beteiligten gegenüber dankbar, besonders dem Kita-Team für die gute Organisation der Arbeit an zwei Standorten sowie den Jugendverbänden, die im Streiffelder Hof über ein Jahr lang zusammenrücken mussten und das Provisorium mitgetragen haben.

Kita-Leiterin Sylvia Nogayski ist denn auch froh, dass bald alle wieder unter einem Dach vereint sind, wenn auch die Bauarbeiten als Kinderattraktion durchaus eine Bereicherung des Kita-Alltags bedeutet haben. Und sie freut sich schon darauf, „dass im August, zum fünften Geburtstag unserer Kita Wasserturm, auch die neue vierte Gruppe offiziell eröffnet wird“.