Herzogenrath: Faible für Farbe und Strukturen

Herzogenrath: Faible für Farbe und Strukturen

Als Maler trägt Rudolf Kleine gerne richtig dick auf. Farbschicht pinselt er auf Farbschicht, damit am Ende einzelne Stellen klar aus den Bildern heraustreten und das Ganze plastisch wirkt.

Hier und da spachtelt er zusätzlich Formen auf. „Ich liebe kräftige Farben und Strukturen”, sagt der 62-Jährige. Von der gegenständlichen Malerei hat er sich schon vor langer Zeit verabschiedet und pflegt heute die reine Ab-straktion.

Jüngst hat er seine Bilder bei einer Hausausstellung erstmals präsentiert, denn erst seit vier Jahren hat der ehemals selbstständige Florist die Zeit, auch mal länger an der Staffelei zu stehen. „Wenn es mich packt, dann verbringe ich da auch mal einen ganzen Tag”, sagt er. Er bevorzugt Acrylfarben. „Bei Ölfarben dauert mir das Trocknen zu lange - außerdem stinkt mir das zu sehr.” Und riechen soll es nicht, schließlich hat er den heimischen Wintergarten zu seinem Atelier gemacht.

XL-Formate

Rund 100 Bilder waren jüngst in Noppenberg zu sehen, teils im XL-Format und teils richtig prunkvoll: auch Blattgold und Silber nimmt Rudolf Kleine als Material gern zur Hand. Wenn man so will, ist die Malerei für ihn nur eine andere künstlerische Ausdrucksform. Auch als Florist habe er seine Blumendekorationen - unter anderem im Aachener Eurogress - stets als Kunstwerke betrachtet.

Ein besonderer Betrachter fand sich zur Vernissage in Noppenberg ein: Dschero Khan, Prinz der Mongolei und Nachkomme von Dschingis Khan. Der 82-Jährige Mann mit bewegter Vergangenheit lebt teils in den Niederlanden und ist als selbsterklärter Lebensgenießer auch ein Kunstfreund. Durch gemeinsame Bekannte wurde er auf Rudolf Kleine aufmerksam. Für den Maler eine besondere Ehre: die erste Ausstellung - und gleich mit majestätischem Glanz.

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